Eine Klarstellung

Leserbriefe / 24.06.2019 • 18:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In der Samstags-VN vom 15. Juni las ich einen offenen Brief österreichischer Chefredakteure. Darin stand: „Unabhängige Medien sind kein Instrument zur Manipulation der Leserinnen und Leser.“ Frei nach Goethe kann ich sagen: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Ein Beispiel dafür ist die Berichterstattung über die „Regenbogenparade“ in Wien und die fast gleichzeitig stattgefundene „Awakening Konferenz“ in Wien. Es sind zwei gesellschaftspolitisch absolut konträre Veranstaltungen. Auf der einen Seite die Vertreter einer Gesellschaft, die moralische Schranken im Sinne einer weltoffenen Gesellschaft weitgehend beseitigen möchte, auf der anderen Seite Menschen, die weiterhin zu ihrem christlichen Glauben stehen und bereit sind, dafür in der Öffentlichkeit einzutreten. Während die „Regenbogenparade“ in den Medien in den höchsten Tönen gelobt wird, werden die Teilnehmer der „Awakening-Konferenz“ allesamt als Fundamentalisten abgekanzelt. Was spricht dagegen, dass Altbundeskanzler Kurz eine Grußbotschaft in dieser ökumenischen Veranstaltung hält, zumal auch Kardinal Schönborn sie mit seiner Anwesenheit ehrte? Dazu kommt die Diffamierung von Nationalratsabgeordneten wie Frau Dr. Kugler. Ist das eine objektive Berichterstattung oder Manipulation der Leser? Wenn Zeitungen mit ihrem politischen Korrekturanspruch ernst genommen werden wollen, müssen sie Objektivität wahren, auch wenn die zuständigen Redakteure persönlich ein anderes Weltbild haben.

Dr. Wolfgang Hämmerle, Lustenau