Gegensätze

Leserbriefe / 24.06.2019 • 18:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

in den Bergen

Die Gegensätze, wie sie sich für viele denkende Bürger im Raum Bludenz abspielen, könnten nicht größer sein. An der Nordflanke befindet sich der sogenannte „Hinterbirgweg“, einer der schönsten und historischen Panoramawege Vorarlbergs, der über Jahrhunderte das Klostertal mit dem Marultal und umgekehrt verband. Da dieser Weg durch Erosionen vorübergehend gesperrt werden musste, wäre der Alpenverein bereit gewesen, ihn wieder begehbar zu machen. Obwohl für die Stadt Bludenz keine Kosten entstanden wären, untersagte die Alpenstadt Bludenz als Grundbesitzer mittels Rechtsweg eine Wiederinstandsetzung. Sie machte den AV sogar für eine evtl. Jagdpachtminderung durch Begehung schriftlich haftbar. Auf der südlichen Talseite wird am Bürserberg ein bestehender Bikepark mit acht zusätzlichen Downhillstrecken mit über 20 km Länge (!) gebaut und der Natur entzogen. Da der Loischkopf ein sehr labiler Moränenschuttkegel ist – siehe Schesabruch, der größte Murbruch Europas, der erst vor 200 Jahren entstand –, ist es unverantwortlich, diesen Berg für diesen Zweck zu verbauen. Ebenso unverantworlich ist es, dass dieser Downhillpark vom Land Vorarlberg finanziell noch erheblich gefördert wird. Alle Politiker reden vom Energiesparen, und immer wird noch mehr Verkehr erzeugt. Aber es kommen ja bald Landtags- und später Gemeindewahlen.

Josef Gantner, Bludenz