Harmonisch in eine neue Ära

Sport / 25.06.2019 • 23:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der neue Vorstand des Skiverbandes mit zehn der elf neu gewählten Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten, Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Präsident Walter Hlebayna (hinten Mitte).STIPLOVSEK

Abschied von Patrick Ortlieb im Vorarlberger Skiverband, Walter Hlebayna einstimmig gewählt.

Buch Es lief alles, man darf sagen wie immer, einstimmig ab. Einigkeit zeigte der Vorarlberger Skiverband bei der 75. Jahreshauptversammlung in Buch bei der Wahl von Walter Hlebayna zum neuen Präsidenten, bei der Nominierung für den scheidenden Chef Patrick Ortlieb zum Ehrenpräsidenten und bei der Änderungen der Statuten.
Ortlieb erinnerte sich beim Abschied an „eine wunderschöne Zeit. Wir haben die Ziele, die wir uns vorgenommen haben, umgesetzt“. Er deponierte den Wunsch, die neue Ära Harmonie weitergehen zu lassen. „Bei uns wird im Sinne des Sports gearbeitet, so soll es auch bleiben. Ich wünsche euch Glück, Energie und viel Kraft. Nehmt das Amt mit Ehre und mit Demut an, seid eurer Verantwortung bewusst.“

Ein Vorzeigeverband

Dass Ortlieb in anderer Funktion dem Skisport erhalten bleiben könnte, deutete Vizepräsident Stefan Jochum in seiner Laudatio bei der Verleihung der Urkunde zum Ehrenpräsidenten an: „There is more to come. Maybe not here, but somewhere else.“ Eine Anspielung darauf, dass Ortlieb neben Michael Walchhofer als Kandidat für die Nachfolge von Peter Schröcksnadel als ÖSV-Präsident gehandelt wird.
Vom Bundesverband gab es jedenfalls Lob für die Führung des VSV. Christian Scherer, zusammen mit Jo Schmid als Vertreter des ÖSV in Buch, lobte Ortliebs Verbandsführung als Vorzeigeverband. Landesrätin Schöbi-Fink bedankte sich beim scheidenden Präsidium: „Patrick Ortlieb hat vieles eingebracht und bewegt. Die Erfolge sprechen für sich.“
Der neue Verbandschef Hlebayna strich die Weichenstellungen, die dem VSV unter Ortlieb gelungen seien, heraus. Der 53-Jährige umriss in fünf Eckpunkten (Going for Gold 3.0, Vereinsbetreuung, Ausbildung, Steigerung bei der Mitgliederzahl von 19.000 auf 30.000, Hochleistungssport) einige neue Ziele des Präsidiums. „Ein wesentlicher Punkt ist es, Mut zu haben, neue Wege zu suchen, diese zu verfolgen und hartnäckig zu gehen.“
Ortlieb durfte bei seiner letzten Hauptversammlung nochmals auf starke sportliche Auftritte verweisen. Vier WM-Medaillen, ein Weltcup-Gesamtsieg, zwei Einzelsiege, acht Podestplätze, zählte der Exrennläufer auf. Katharina Liensberger und Christian Hirschbühl waren Mitglieder des alpinen Silberteams bei der WM in Aare, Skispringerin Eva Pinkelnig holte zusammen mit den Damen und dem Mixed-Team zwei Mal Silber in Seefeld. „Das Montafon und Snowboard funktioniert immer“, meinte er zu Alessandro Hämmerle, der zehn Jahre nach Markus Schairer den Gesamtweltcup der Snowboardcrosser gewann. Liensberger, Hämmerle, Pinkelnig und Lukas Mathies sorgten für insgesamt acht Weltcup-Podestplätze in den verschiedenen Disziplinen.
Bei den nationalen Bewerben dominierte Vorarlberg wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Alpinen holten vier Goldene (zwei Mal Liensberger, Johannes Strolz, Ariane Rädler), Luca Hämmerle war im Snowboardcross voran, Mathies im Parallelriesentorlauf. Langläuferin Jasmin Berchtold holte sich den Titel in der 7,5 km Verfolgung, Pinkelnig gewann gleich beide Schanzenbewerbe. „Das steckt viel harte Arbeit dahinter, ich möchten allen Funktionären, Trainern und Aktiven Danke sagen.“

Viel Freude mit dem Nachwuchs

Erfreulich ist für Ortlieb auch die Entwicklung im Nachwuchs. Bei den Europäischen Jugendspielen ergatterte Magdalena Egger zwei Goldene, Lukas Feurstein einmal Bronze. Die beiden sicherten sich zudem mit Amanda Salzgeber Silber im Teambewerb. Bei den österreichischen Jugendmeisterschaften hamsterte der VSV 20 Medaillen, neun Mal standen Vorarlbergs Schüler auf dem Siegespodest. Auch die Skibergsteiger – sie sind die jüngste Sparte im Skiverband – klopften an der Weltspitze an. Daniel Zugg gelang in China der erste Weltcupsieg seiner Karriere im Sprint. In der Gesamtwertung belegte er Platz drei.
Der Rechnungsabschluss des Skiverbandes, die Finanzen werden von Christel Schwendinger und Walter Knecht verwaltet, sah bei Einnahmen von 1.071.651,14 einen Überschuss von 17.389,97 Euro. Größter Posten bei den Ausgaben sind Aufwandsentschädigungen und Gehälter in der Höhe von 376.258,98 Euro.

Das Präsidium
Präsident Walter Hlebayna
Vizepräsidenten Stefanie Schuster
Christel Schwendinger
Thomas Amann
Hans Dunst
Werner Eberle
Dietmar Flatz
Stefan Jochum
Johannes Kaufmann
Peter Mennel
Wolfgang Scheyer
Christoph Zimmermann