„Neue Wege gehen“

Wetter / 25.06.2019 • 18:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Johannes Lampert ist Jugendarbeiter und nebenberuflich im Kulturbereich tätig. VN
Johannes Lampert ist Jugendarbeiter und nebenberuflich im Kulturbereich tätig. VN

Johannes Lampert organisiert das Folkfestival in Arbogast.

Zwischenwasser Am Freitag startet im Bildungshaus St. Arbogast ein neues Format: Ein Folkfestival wird in der Einrichtung oberhalb von Götzis stattfinden. Federführend verantwortlich zeichnet dabei Johannes Lampert. Der gebürtige Göfner, der heute in Muntlix lebt, hat seine Kontakte spielen lassen und zwanzig Musiker und Bands für das neu konzipierte Festival gewinnen können. Dabei sollen die leisen Töne überwiegen, Verstärker findet man nur auf der Hauptbühne, ansonsten spielen die Musiker an verschiedenen Orten „unplugged“. Das Konzept sieht das Festival als eine Art Dorffest. „Als ich als junger Ministrant St. Arbogast besucht habe, war es für mich immer ein eigenständiges Dorf wie Klaus, Weiler und Götzis“, liegt das für Lampert auf der Hand.

Der Muntliger ist hauptberuflich Jugendarbeiter bei der Diözese Feldkirch, das Festivalorganisieren hat sich für ihn aus seiner Zeit als aktiver Musiker heraus entwickelt. „Ich war mit zwanzig Sänger in einer Band“, erzählt er. Darby und Joan hat sogar zwei CDs aufgenommen. „Es war aber schwer, Auftrittsmöglichkeiten zu erhalten“, blickt er zurück. Da habe man begonnen, das selber zu machen. Daraus entstand das Open Hair Festival, das zehn Jahre lang jeden Sommer in Göfis stattfand. „Wir haben das ehrenamtlich als Verein organisiert“, erinnert er sich. „Dabei haben wir wirklich alles gemacht.“ Nach zehn Festivals sei die Zeit reif gewesen, etwas Neues zu starten. Lampert organisierte zwei Mal das „Everybody‘s home now“ Festival. Dabei ging er neue Wege: Es wurden Briefe an ausgewählte Personen als Einladung verschickt, die konnten sie weitergeben, an wen sie wollten. Statt eines fixen Eintritts wurde um Spenden gebeten, und die Getränke konnten ohne Preisvorgabe entnommen werden. „Ich bin überzeugt, dass wir mit einem festen Eintritt weniger Einnahmen erzielt hätten“, glaubt er.

Über das Festival nach Arbogast

Das „Everybody‘s home now“-Festival verwandelte das Göfner Vereinshaus in ein großes Wohnzimmer (mit immerhin 400 Besuchern), ein Konzept, das bei Katharina Lenz, damals in Arbogast tätig, auf Gefallen stieß. Sie lud Lampert ein, auch in der Bildungseinrichtung „Wohnzimmerkonzerte“ zu organisieren. Zu diesem Zeitpunkt startete Daniel Mutschlechner als Geschäftsführer der Einrichtung, als der seine Idee für ein Folkfestival ausarbeitete, holte er auch Lampert an Bord. Alles weitere habe sich dann ergeben. Am Wochenende wird man sehen, wie genießbar die entstandenen Früchte sind.

Für Jugendarbeiter Lampert ist die Kulturarbeit zu einem zweiten beruflichen Standbein geworden. Neben der Jugendarbeit organisiert er Konzerte und schreibt auch freiberuflich. Das Ganze unter dem Namen „Schatzmann – Plattform für Kulturkooperationen“. Der Name geht auf seinen Uropa zurück, der hatte eine Süßwarenfabrik, viele Feldkircher erinnern sich sicher an „Zückerle Schatzmann“. „Mir sind alte Werbemittel in die Hände gefallen, die habe ich für den Verein, unter dessen Mantel ich arbeite, übernommen“, erklärt er.

Es gebe sehr viel kulturelles Angebot, das in Vorarlberg gut funktioniere. Das führe auch zu einer gewissen Sättigung. Deshalb sei es notwendig, neue Wege zu gehen, ist Lampert überzeugt. „Das ,Out of the box‘-Denken“ ist mir in die Wiege gelegt“, weist er auf eine seiner Stärken hin, „und das nicht nur im kulturellen Bereich.“

Ob die Kulturarbeit einmal sein Brotberuf werden wird, das lässt der Muntliger offen. Es gefällt ihm bei der Kirche, er habe hier sehr viele Freiheiten. „Ich will aber kein Berufsjugendlicher werden“, macht er auch klar, dass die aktuelle Aufgabe irgendwann einmal zu Ende gehen wird. VN-GMS

Zur Person

Johannes Lampert
Der Jugendarbeiter organisiert das neue Folkfestival in Arbogast.

Geboren 18. Jänner 1984

Ausbildung Studium Politikwissenschaften und Theologie (ohne Abschluss)

Laufbahn Jugendarbeiter bei Kirche, Kulturorganisator und freier Texter

Familie Partnerin, ein Sohn (acht Monate)