Appell der geballten Wirtschaftskraft

Politik / 26.06.2019 • 21:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Wirtschaftskammerpräsident Mahrer (Mitte) mit den Präsidenten der Wirtschaftskammern, unter anderem auch Metzler (l.).Schiffl
Wirtschaftskammerpräsident Mahrer (Mitte) mit den Präsidenten der Wirtschaftskammern, unter anderem auch Metzler (l.).Schiffl

Kammerpräsidenten fordern vor Neuwahl Vernunft und kleine Steuerreform.

Wien Dass die geballte Repräsentationskraft der österreichischen Wirtschaft vor die Presse trete, sei doch etwas außergewöhnlich, sagt Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer, als er am Mittwoch in Wien neben seinen neun Amtskollegen aus den Bundesländern steht. Sie alle fordern von den politischen Parteien in Zeiten wie diesen gesellschafts- und standortpolitische Vernunft vor politisches Kalkül zu stellen. Lob finden sie vor allem für den eingeschlagenen „wirtschafts- und standortfreundlichen Kurs“ der ÖVP-FPÖ-Regierung. Der Vorarlberger Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler hofft darauf, dass zumindest einige kleine Elemente der ankündigten Steuerreform noch zu Beschluss kommen werden; etwa dass Kleinbetriebe bis zu 35.000 Euro Jahresumsatz (derzeit 30.000 Euro) ab 2020 die Möglichkeit einer Steuerpauschalierung erhalten, dass die Grenze geringwertiger Wirtschaftsgüter von 400 auf 1000 Euro steigt und der Gewinnfreibetrag für Unternehmen von 30.000 auf 100.000 erhöht wird. Gleichzeitig warnt Metzler vor teuren oder wirtschaftsfeindlichen Wahlgeschenken. Zum Rechtsanspruch auf einen Papamonat stellt er die Frage, ob nicht doch eine positive Freiwilligkeit bestehen könnte: „Es ist sicher auch ein Thema, dass größere Betriebe sich das besser einteilen können als kleinere.“

Zum absoluten Rauchverbot sagt Metzler, es werde für kleinere Betriebe und Discos  anspruchsvoller, dieses umzusetzen. Er schlägt vor, über die Möglichkeit von unbewirteten Raucherräumen nachzudenken. Ebenso meint  der Wirtschaftskammerpräsident: „In Italien funktioniert das Rauchverbot, aber der dortige Anrainerschutz ist nur halb so ausgeprägt wie bei uns. Die Leute gehen dort auf die Straße, sind laut und rauchen.“ Wie das in Österreich werde, sei sicher auch noch spannend. VN-ebi