Das sind die Pläne für Schloss Wolfurt

Vorarlberg / 26.06.2019 • 10:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Gemeinde kaufte das Schloss um 4,1 Millionen Euro. Zum Anwesen gehört auch ein 40.000 Quadratmeter großes Grundstück. VN/PAULITSCH

Empfehlung zur künftigen Nutzung wurde von der Gemeindevertretung angenommen.

Geraldine Reiner

Wolfurt Einst war es der Stammsitz der Herren von Wolfurt. Später diente es den Äbten des Klosters Mehrerau als Sommerresidenz, wurde in der Folge vom Staat Österreich an verschiedene Bregenzer Patrizierfamilien verliehen und zuletzt von der Kennelbacher Industriellenfamilie Schindler bewohnt. Das Volk durfte es jahrhundertelang nur von außen bewundern. Seit dem 1. Juni 2017 ist das anders. Die Gemeinde Wolfurt kaufte Schloss Wolfurt um 4,1 Millionen Euro, mit dem Ziel, es für die Bürger zu öffnen. In welcher Form das geschehen soll, hat in den vergangenen Monaten eine eigens dafür eingerichtete Projektgruppe ausgelotet.

1500 Rückmeldungen

Unter anderem wurden die rund 1500 Rückmeldungen, die an den beiden Tagen der offenen Tür in der Ideenkiste landeten, ausgewertet und bei Exkursionen zu Bürgern und Schlössern mögliche Betriebskonzepte in der Praxis begutachtet. Nun liegt ein erstes Ergebnis vor. Die Empfehlung zur künftigen Nutzung wurde unlängst von der Gemeindevertretung einstimmig angenommen. „Es wurde festgelegt, in welche Richtung es gehen soll“, erläutert Bürgermeister Christian Natter.

Ein großer Wunsch sei es gewesen, dass das Schloss, zu dem auch 40.000 Quadratmeter Grund gehören, der breiten Bevölkerung zugänglich wird und der wirtschaftliche Faktor gewisse Anforderungen erfüllt. „Wir wollen nicht in ein Haubenlokal investieren, das entspricht nicht der Zielsetzung“, unterstreicht Natter. Zum einen könnten sich das viele Bürger nicht leisten, zum anderen würde es hohe Investitionen erfordern.

Vorstellen kann man sich im Rathaus hingegen einen „niederschwelligen Gastronomiebetrieb“, einen Heurigen oder ein Bistro zum Beispiel, jedenfalls kein klassisches Speiselokal. „Das ist auch etwas, das draußen stattfinden kann“, ergänzt der Bürgermeister. Gleichzeitig soll das Wolfurter Wahrzeichen (inklusive Catering) künftig für Firmen- oder Familienfeiern zur Verfügung stehen und als Bühne für kulturelle Veranstaltungen dienen. Ein weiteres wichtiges Thema: „Wir wollen auch das Umfeld des Schlosses, den gesamten Bühel bis zur alten Schmiede, begehbar machen“, führt Natter aus. „Da liegt sehr viel Potenzial drinnen. Wir haben tolle Beispiele gesehen.“

Thema Verkehr

Im Zuge der Außenraumbetrachtung werden auch das Thema Verkehr und die Parksituation unter die Lupe genommen. Die Schlossgasse hat zwar noch Kapazitäten, dennoch soll die Belastung für die Anrainer nicht zu groß werden. Ein Interesse an Massentourismus gibt es nicht, versichert Natter. „Aufgrund der Location können es auch keine Riesenveranstaltungen sein.“ Abgesehen davon habe man bei allen Besichtigungen festgestellt, „dass man nirgends unmittelbar vor dem Schloss parken kann“.

Konzept und Überprüfung

Wie es nun weitergeht: Im Laufe des Sommers soll mit Fachleuten das Konzept in Angriff genommen werden und parallel dazu die Überprüfung der Sanitäranlagen und Elektroinstallationen erfolgen. Vorläufiges Ziel ist es, dass bis zum ersten Quartal 2020 Klarheit darüber herrscht, was in der Ausschreibung stehen soll.

Gesucht wird nämlich nach einem Betreiber bzw. Schlossmanager, der laut Bürgermeister auch die Möglichkeit bekommt, seine eigenen Vorstellungen und Ideen einzubringen. Welche das sein werden? Es bleibt spannend.