Klimaberater Simon Tschannett ist in Hitzezeiten ein gefragter Mann

Vorarlberg / 26.06.2019 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Macht Stadtklimaanalysen und Klimawandelanpassungskonzepte: Simon Tschannett aus Sulz weiß, wie sich eine Kommune vor der Hitze schützen kann. WEATHERPARK

Der Sulner Simon Tschannett (42) weiß, wie sich Kommunen vor Hitze schützen können.

Schwarzach „Weatherpark“ nennt sich die von Tschanett gegründete Firma, die der Vorarlberger in Wien leitet. Ein Unternehmen, dessen Dienste immer mehr gefragt werden. Hitze sei Dank. Tschannett und sein Team beschäftigen sich damit, wie größere Siedlungen durch kluge Raumplanung und durchdachte Bauweise den Folgen des Klimawandels begegnen können.

Versiegelte Flächen

„In Wien etwa entstehen durch ungünstige Ablenkung von Winden gefährliche Situationen. Der Wind prallt an ein Hochhaus, weicht auf die Seiten und nach unten ab. Es kann dann in Bodennähe zu heftigen Winden kommen. Ebenso kann der Wind durch bauliche Gegebenheiten in einem Ausmaß reduziert werden, dass an wichtigen Stellen die Frischluftzufuhr versiegt.“ Vor dem Hintergrund von Wind- und Klimaforschung entwickelt „Weatherpark“ Rezepte für klimakompatible Raumplanung.

Dazu gehört auch die Berücksichtigung von erhöhten Strahlungen, die sich in städtischen Gebieten auch aufgrund versiegelter Flächen ergeben. „Es steigt dadurch die gefühlte Hitze. In der Nacht ist die Temperatur in dicht besiedelten Gebieten auch nachweislich höher, weil die Wärme nicht mehr abgegeben werden kann“, erklärt Tschannett.

Bauliche Maßnahmen

Die Problematik großer Hitzeentwicklung in den Sommermonaten betrifft auch immer mehr Vorarlberg. „Man sagt zwar immer, wir seien ein ländlicher Raum. Die Urbanisierung mit den klimatischen Begleiterscheinungen wird aber auch bei uns immer stärker wahrnehmbar“, sagt Tschannett, dessen klimatechnische Beratung für die Raumplanung auch bei uns immer stärker gefragt ist. Sowohl vom Energieinstitut als auch von einer größeren Kommune wurde er bereits zwecks einer Ortsklimaanalyse konsultiert. Was kann eine Kommune gegen die große Hitze tun? Tschannett: „Sie kann neben Maßnahmen zur Vermeidung von Verkehr beschattete Gehrouten schaffen, oder zumindest Kühloasen errichten, wenn das nicht im gewünschten Ausmaß möglich ist. Man kann auch bauliche Maßnahmen treffen, um etwa vorprogrammierte Hitzepole zu vermeiden.“