Mach schlechten Wind zu gutem Wind

Vorarlberg / 26.06.2019 • 21:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
30 Grad plus draußen, sprichwörtliche Backofentemperaturen drinnen: Oberbäcker Harald Pollaczek (46) macht das nichts aus. „Als Bäcker bist du Hitze gewohnt. Mich schreckt dieses Wetter daher überhaupt nicht“, sagt er cool, während er die Tür des 280 Grad heißen Backofens öffnet und das duftende Wurzelbrot herausholt.

30 Grad plus draußen, sprichwörtliche Backofentemperaturen drinnen: Oberbäcker Harald Pollaczek (46) macht das nichts aus. „Als Bäcker bist du Hitze gewohnt. Mich schreckt dieses Wetter daher überhaupt nicht“, sagt er cool, während er die Tür des 280 Grad heißen Backofens öffnet und das duftende Wurzelbrot herausholt.

Der Sulner Simon Tschannett (42) weiß, wie sich Kommunen vor Hitze schützen können.

Schwarzach „Weatherpark“ nennt sich die von Tschannett gegründete Firma, die der Vorarlberger in Wien führt. Ein Unternehmen, dessen Dienste immer mehr gefragt werden. Hitze sei Dank. Tschannett und sein Team beschäftigen sich damit, wie größere Siedlungen durch kluge Raumplanung und durchdachte Bauweise den Folgen des Klimawandels begegnen können.

Versiegelte Flächen

„In Wien etwa entstehen durch ungünstige Ablenkung von Winden gefährliche Situationen. Der Wind prallt an ein Hochhaus, weicht auf die Seiten und nach unten ab. Es kann dann in Bodennähe zu heftigen Winden kommen. Ebenso kann der Wind durch bauliche Gegebenheiten in einem Ausmaß reduziert werden, dass an wichtigen Stellen die Frischluftzufuhr versiegt.“ Vor dem Hintergrund von Wind- und Klimaforschung entwickelt „Weatherpark“ Rezepte für klimakompatible Raumplanung.

Dazu gehört auch die Berücksichtigung von erhöhten Strahlungen, die sich in städtischen Gebieten auch aufgrund versiegelter Flächen ergeben. „Es steigt dadurch die gefühlte Hitze. In der Nacht ist die Temperatur in dicht besiedelten Gebieten auch nachweislich höher, weil die Wärme nicht mehr abgegeben werden kann“, erklärt Tschannett.

Bauliche Maßnahmen

Die Problematik großer Hitzeentwicklung in den Sommermonaten betrifft auch immer mehr Vorarlberg. „Man sagt zwar immer, wir seien ein ländlicher Raum. Die Urbanisierung mit den klimatischen Begleiterscheinungen wird aber auch bei uns immer stärker wahrnehmbar“, sagt Tschannett, dessen klimatechnische Beratung für die Raumplanung auch bei uns immer stärker gefragt ist. Sowohl vom Energieinstitut als auch von einer größeren Kommune wurde er bereits zwecks einer Ortsklimaanalyse konsultiert.

Was kann eine Gemeinde gegen die große Hitze tun? Tschannett: „Sie kann neben Maßnahmen zur Vermeidung von Verkehr beschattete Gehrouten schaffen, oder zumindest Kühloasen errichten, wenn das nicht im gewünschten Ausmaß möglich ist. Zur Vermeidung von Hitzepolen kann man auch bauliche Maßnahmen treffen.“ VN-HK

„In der Nacht ist die Temperatur in Städten höher als auf dem Land.“

Wenn alle vor der Hitze kapitulieren, dann kommt Max. Der Montagearbeiter bei der Firma „Blitzschutz Prock“ in Dornbirn war vorher im Gerüstbau und ist daher einiges gewohnt. Nach 14 Uhr lässt Chef Siegi Prock bei Temperaturen weit jenseits der 30 Grad aber nicht einmal mehr den unerschütterlichen Max auf ein Hausdach.

Wenn alle vor der Hitze kapitulieren, dann kommt Max. Der Montagearbeiter bei der Firma „Blitzschutz Prock“ in Dornbirn war vorher im Gerüstbau und ist daher einiges gewohnt. Nach 14 Uhr lässt Chef Siegi Prock bei Temperaturen weit jenseits der 30 Grad aber nicht einmal mehr den unerschütterlichen Max auf ein Hausdach.

Martin Deuring von Oskis Jausenstation bewegt sich zwischen zwei Grills und leidet unter der Hitze. „Also wenn es über 30 Grad hat, dann wirst du am Tag nur noch einmal nass. „Ich sage meinen Mitarbeitern dann immer wieder: Trinkt viel, trinkt viel.“ Hinter dem Tresen bei Oskis wird‘s immer gegen 19 Uhr am heißesten.

Martin Deuring von Oskis Jausenstation bewegt sich zwischen zwei Grills und leidet unter der Hitze. „Also wenn es über 30 Grad hat, dann wirst du am Tag nur noch einmal nass. „Ich sage meinen Mitarbeitern dann immer wieder: Trinkt viel, trinkt viel.“ Hinter dem Tresen bei Oskis wird‘s immer gegen 19 Uhr am heißesten.