Menschen mit Down-Syndrom stärken

Vorarlberg / 27.06.2019 • 17:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Präsentation des Projekts „IKONS“ in Bregenz, die Pilotphase startet im September mit zwölf Menschen unterschiedlichen Alters mit Down-Syndrom.  afp
Präsentation des Projekts „IKONS“ in Bregenz, die Pilotphase startet im September mit zwölf Menschen unterschiedlichen Alters mit Down-Syndrom.  afp

Neues Projekt „IKONS – Karate für Menschen mit Down-Syndrom“ in Bregenz präsentiert.

Bregenz Dem erst 2014 gegründeten Bregenzer Karateverein gelang es in Kooperation mit anderen Karate-Verbänden 400.000 Euro für das Projekt „IKONS – Karate für Menschen mit Down-Syndrom“ auf die Beine zu stellen. Die Finanzierung erfolgt maßgeblich mithilfe des EU-Erasmus+-Programms für einen Zeitraum von 36 Monaten. Karate Bregenz wurde neben weiteren Projektpartnern aus Belgien, Ungarn, Rumänien und Italien als einziger deutschsprachiger Karateverein ausgewählt. Stefan Mayr, Präsident von Karate Bregenz, und seine Vizepräsidentin, Sportphysio­therapeutin und Karatetrainerin Eva Kathrein präsentierten nun gemeinsam mit Gabriela Meusburger (Obfrau der Arbeitsgruppe Down-Syndrom Vorarlberg) das ambitionierte Projekt IKONS. Eva Kath­rein: „Karate macht glücklich und trainiert motorische und kognitive Fähigkeiten.“ Der zu den elf größten Sportarten der Welt zählende Kampfsport wird ab 2020 erstmals olympisch und von der WHO als therapeutische und gesundheitsfördernde Sportausübung anerkannt. Menschen mit Down-Syndrom betreiben diesen Sport bislang wenig, das will IKONS ändern. Die Teilhabe am täglichen Leben – die soziale Inklusion – soll durch ein spezielles, adaptiertes Karate-Training erzielt werden. Gabriela Meusburger: „Karate ist ein idealer Sport, um aus Schwächen Stärken zu machen. Ich finde es großartig, dass Karate Bregenz für Menschen mit Trisomie 21 so etwas auf die Beine stellt.“

Einjährige Pilotphase

Die Pilotphase startet im September 2019 mit zwölf Menschen mit Down-Syndrom im Alter von 15 bis 40 Jahren. Zweimal wöchentlich wird mit Trainern je 50 Minuten lang trainiert. Zu Beginn und Ende des Trainings werden die Teilnehmenden ärztlich untersucht, um die Auswirkungen des Sports in Bezug auf die Aspekte Bewegung, Atmung und Merkfähigkeit wissenschaftlich zu erheben. Die Leitung des Projekts liegt bei der Sport-Universität Foro Italico in Rom. Selbstverständlich geht es auch um Spaß und Austausch. Als betroffene Mama und Autorin erklärte Simone Fürnschuss-Hofer: Ich bin sehr dankbar für dieses neue Freizeitangebot und dass man diesen Kindern über den Sport einen Platz in der Gesellschaft gibt.“

Schnuppertraining am 5. Juli

Auch Bürgermeister Markus Linhart gratulierte dem Verein anlässlich der Pressekonferenz in seiner Trainingsstätte, der Riedenburg, während Reinhold Hartmann vom Interessensverband Vorarlberger Sportverbände großen Respekt für die zugesagten EU-Fördergelder zollte. Wer mehr über Karate Bregenz oder IKONS erfahren möchte, hat dazu am 5. Juli ab 14.30 Uhr im Sunnahof Göfis Gelegenheit. Beim Sommerfest der Arbeitsgemeinschaft Down-Syndrom gibt es erste Schnuppertrainings. Das Training ist kostenlos, ab sofort können Menschen mit Down-Syndrom für das Karatetrainging angemeldet werden: office@karate-bregenz.at, www.karate-bregenz.at. afp