Grünzone lässt die Köpfe weiter rauchen

28.06.2019 • 16:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Allianz für Bodenschutz von 13 Vorarlberger Initiativen fordert in einem gemeinsamen Moratorium einen fünfjährigen Stopp von Flächenentnahmen aus der Landesgrünzone. VN/STEURER

Diskussion um das Für und Wider von Entnahmen von Flächen aus der Landesgrünzone bleibt ein politischer Dauerbrenner. Jetzt erhebt ein Zusammenschluss von Initiativen eine gewichtige Forderung, das Land winkt ab.

Hohenems, Bregenz Eine Allianz von 13 Vorarlberger Vereinen und Institutionen ist sich einig: Sie fordert in einem gemeinsamen Moratoriumeinen Stopp für die Entnahme von Flächen aus der Landesgrünzone in den nächsten fünf Jahren. Martin Strele vom Verein Bodenfreiheit sieht dringenden Handlungsbedarf. Derzeit würden in noch nie dagewesenem Tempo Flächen herausgelöst. Dabei habe das Land im Raumbild 2030 beschlossen, die Grünzone zu erhalten und in ihrer Qualität zu stärken. LH Markus Wallner (VP) warf er gar Unglaubwürdigkeit vor. Josef Mathis von vau|hoch|drei erklärte ebenfalls, in der Praxis zeige sich ein  anderes Bild als im Beschluss.

Eine Nachdenkphase fürs Land?

Josef Moosbrugger (VP) schlug als Präsident der Landwirtschaftskammer in dieselbe Kerbe: Die Grünzone sichere die Lebensmittelversorgung, speichere Kohlenstoff, diene dem Wasserrückhalt und der Wärmeregulierung. „Grünzone ist Klimaschutz. Sorgsamer mit Grund und Boden umzugehen, ist ein Gebot der Stunde“, betonte Moosbrugger. Hildegard Breiner, Obfrau des Naturschutzbundes, sprach von einer Nachdenkphase und forderte wörtlich eine Vollbremsung bei der Grünzonenverbauung. Statthalter Karlheinz Rüdisser (VP) lehnt einen Stopp entschieden ab. „Dies würde nicht nur langjährige Planungsprozesse von Gemeinden zur künftigen Entwicklung konterkarieren. Es würde für betroffene Unternehmen Stillstand bedeuten und den Standort gefährden.“ Die Behauptung, wonach Entnahmen dem Raumbild widersprechen, entbehre jeder Grundlage: „Wortwörtlich heißt es dort: Die Grünzone ist ein außerordentlich wichtiger Freiraum. Sie bleibt in ihrem Zusammenhang weitgehend erhalten. Darüber hinaus sollen Herausnahmen im Allgemeinen nur für Betriebe erfolgen.“ Mit der Herausnahmepolitik habe das Land „mutig Verantwortung übernommen“, sagt Rüdisser und verweist auf die Fakten (Grafik): „Von 13.600 Hektar wurden weniger als 90 Hektar oder 0,65 Prozent in 40 Jahren herausgenommen. Das entspricht einer Reduzierung der Fläche um 0,2 Promille pro Jahr.“