SP will Doppelstockzüge sicherer machen

02.07.2019 • 05:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
SP-Chef Martin Staudinger und Verkehrssprecherin Manuela Auer werfen Land und ÖBB vor, in Sachen Gefahren bei Doppelstockzügen untätig zu sein. VN

Vorarlbergs Sozialdemokraten weisen auf Gefahrpotenzial hin, das im Bereich der Schiebetüren von Doppelstockzügen lauern soll. Auch eine Anfrage an LR Johannes Rauch haben sie eingebracht.

Bregenz „Im Gegensatz zu den Talent-Triebwagen haben die Doppelstockzüge keine Überwachungskameras zur Kontrolle der ein- und aussteigenden Personen“, erklärt Verkehrssprecherin Manuela Auer gemeinsam mit Landesparteichef Martin Staudinger. Es könne daher durchaus der Fall sein, dass Lokführer Menschen, die sich noch im Türbereich aufhalten, übersehen könnten. Drei derartige Züge hat die ÖBB derzeit im Land im Einsatz. Die SP mache bereits seit rund zwei Jahren auf das Gefahrenpotenzial aufmerksam.

Fehlender Klemmschutz bei Türen?

Hinzu komme nämlich, dass bei den Doppelstockzügen der Einklemmschutz mangelhaft ist, behauptet Auer und verwies auf ein Video: „Es kann durchaus passieren, und ist auch schon passiert, dass Jacken, Hände und anderes eingeklemmt werden und dies vom Triebfahrzeugführer nicht bemerkt wird.  Der Betrieb dieser Art von Zügen war nach deren Einführung nicht dazu gedacht, diese aus den genannten Gründen ohne Zugführer fahren zu lassen“, sagt Auer. „Denn bei 25 Haltestellen zwischen Bludenz und Lindau gibt es acht Haltestellen, bei denen keine Überblickbarkeit der gesamten Zuggarnitur gegeben ist. Das Gleiche gilt für alle Haltestellen bei schlechtem Wetter, Nebel, Schneefall beziehungsweise Starkregen.“

Einsatz von Zugbegleitern gefragt

Die Vorteile des Einsatzes von Zugbegleitern liegen für Auer und Staudinger deshalb auf der Hand. „Zugbegleiter geben nach dem Fahrgastwechsel an den Triebfahrzeugführer den Befehl, die Türen zu schließen, und sie kontrollieren, ob alle Türen geschlossen sind. Ein Einklemmen von Fahrgästen ist somit nicht möglich. Und bei einem Notfall ist der Zugführer sofort vor Ort im Zug“, weiß Staudinger. Und Auer fügt hinzu: „Wichtig ist, dass schnell gehandelt wird. In Schulwochen befinden sich bis zu 700 Schüler in solchen Zügen. Auch bei der bevorstehenden Gymnaestrada sind die Garnituren im Einsatz.“ Staudinger sieht sowohl Land als auch das Bahnmanagement der ÖBB in der Pflicht. „Eine gegenseitige Zuweisung von Verantwortung lassen wir nicht gelten. Es gilt, gemeinsam aktiv zu werden: Nicht auf den ersten Unfall warten, sondern ihn jetzt vermeiden.“