Dickes Lob für die Dorfkernentwicklung von Schnifis

05.07.2019 • 14:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (l.) sowie Bürgermeister Anton Mähr, Jurymitglied Luis Braganca und CESBA-Obmann Willy Küchler. VLK

Im Rahmen eines EU-Projekts hat der Verein zur Förderung der Nachhaltigkeit in der gebauten Umgebung (CESBA) einen Wettbewerb für gute Quartiersentwicklung in Europa organisiert.

Bregenz Der CESBA Neighborhood Award 2019 soll gute Beispiele für Quartiersentwicklung sammeln und aufarbeiten sowie die Akteure vernetzen. Eine internationale Jury hat die 22 eingereichten Projekte beurteilt und vier Preisträger ermittelt. Ein Preis ging an die Walgaugemeinde Schnifis für ihr Projekt zur Dorfkernentwicklung. Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser gratulierte beim Pressegespräch am Freitag zu diesem Preis: „Die Gemeinde Schnifis hat gezeigt, dass die intensive Bürgerbeteiligung über viele Jahre hinweg zu stimmigen Ergebnissen für die Bevölkerung führt. Gleichzeitig werden die Raumplanungs- und Nachhaltigkeitsziele des Landes Vorarlberg erfüllt.“  

Vernetzung der Akteure als Ziel

Das Ziel des Wettbewerbs ist die Nutzung und Verbreitung der gemeinsam mit zwölf Projektpartnern aus sieben europäischen Ländern entwickelten Methoden zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Nachbarschaften oder Quartieren. Gute Beispiele für Quartiersentwicklung sollen gesammelt und aufgearbeitet werden. Ein weiteres Ziel ist die Vernetzung der Akteure. Beurteilt wurden Planungsprozess, Engagement, nachhaltige Entwicklung und Zukunftsvision von bestehenden und neuen Nachbarschaften in Gemeinden bis 10.000 Einwohner, bis 50.000 Einwohner und über 50.000 Einwohner. Der Verein CESBA hat in den letzten zehn Jahren in Abstimmung mit der Europäischen Union Erfahrungen in der Entwicklung von Ziel- und Bewertungssystemen, welche ein harmonisiertes Vorgehen der verschiedenen Ebenen ermöglichen, gesammelt, berichtete Vereinsobmann Woilly Küchler.

Engagement der Bürger als Segen

Einer der Preise in der Kategorie „Gebiete in Planung oder in Umsetzungsphase“ ging an das Projekt zur Dorfkernentwicklung Schnifis. Die Gemeinde Schnifis hat am ersten Wettbewerb für gute Nachbarschaften 2019 auf europäischer Ebene teilgenommen und wurde als gutes Beispiel für Quartiersentwicklung in Europa prämiert. In den Bewertungskriterien Planungsprozess, Engagement, nachhaltige Entwicklung und Zukunftsvision von bestehenden und neuen Nachbarschaften konnte die Gemeinde Schnifis überzeugen. Luis Braganca, Jurymitglied und Präsident der International Initiative for a Sustainable Built Environment (iiSBE international) führte die Begründung an: „Das kleine Bergdorf zeigt hohe kulturelle und tatkräftige Ambitionen in der Erneuerung seines Zentrums. Um ihren hohen Erwartungen gerecht zu werden, ist die Gemeinde offen für neue Ansätze und bezieht ihre Bürger tief in relevante Entscheidungsprozesse ein. Die Gemeinde Schnifis weist einen bemerkenswerten Anteil an privater Finanzierung auf, der die Beteiligung der Bürger hervorhebt und die öffentlichen Mittel entlastet.“ Bürgermeister Anton Mähr freute sich über diese Auszeichnung: „Der internationale Award dient uns als Ansporn, unsere Pläne und Vorhaben für die nachhaltige Zukunft unserer Nachfahren in Schnifis behutsam fortzuführen. Die Einbindung der Bevölkerung ist für die Erarbeitung von Visionen und die Umsetzung von Dorferneuerungsprojekten wichtig.“

Nachhaltige Gesamtgestaltung

„Eine gelungene Quartiersentwicklung verbindet die Anliegen der Raumplanung und der Wohnbauförderung und sichert den Menschen ein gutes Wohnumfeld“, betonte Landesstatthalter Rüdisser: „Neben der nachhaltigen Gesamtgestaltung sind die Entwicklung bestehender Siedlungen und die effiziente Nutzung von Bauflächen und Gebäuden ein zentrales Anliegen der Vorarlberger Landesregierung.“ Die Siedlungsentwicklung in Vorarlberg steht seit der Jahrtausendwende zunehmend unter der Prämisse Nachverdichtung und Innenentwicklung. Das Land fördert die Entwicklung von Quartieren mit den Instrumenten der Raumplanung und der Wohnbauförderung über viele Jahre. „Vorarlberg weist zahlreiche gelungene Beispiele auf, dennoch ist das Land daran interessiert, von den Erfahrungen anderer Regionen in Europa zu lernen“, sagte Rüdisser.