Hittisau wirtschaftet prächtig

Politik / 13.07.2019 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Gemeinde Hittisau mit Bürgermeister Gerhard Beer freut man sich über die Kür zum Landessieger in Sachen Bonitätsranking. VN

In einem bundesweiten Bonitätsranking mit Top-250-Gemeinden wird die Wäldergemeinde als Landessieger geführt.

Wien, Hittisau Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ). So nennt sich jenes Kompetenzzentrum, das seit 2012 gemeinsam mit dem Gemeindemagazin Public ein bundesweit angelegtes Bonitätsranking der Kommunen berechnet und veröffentlicht. Bei diesem Schnelltest werden die Haushalte der Gemeinden aus vier Blickwinkeln unter die Lupe genommen: Neben Ertrags- und Eigenfinanzierungskraft spielen auch der Verschuldungsgrad sowie die finanzielle Leistungsfähigkeit als wesentliche Parameter eine Rolle. Mit diesen Kennziffern nach differenziertem Notenschlüssel ergibt sich eine in der Praxis bewährte Einschätzung der finanziellen Entwicklung einer Gemeinde.

Pfaffing abermals an der Spitze

So wie im Vorjahr erreicht im bundesweiten Ranking auch heuer die oberösterreichische Kommune Pfaffing den ersten Platz bei den Top-250-Gemeinden, Silber geht erstmals an die Tiroler Gemeinde Stanzach. Bronze konnte sich Sattledt in Oberösterreich sichern. In den Gemeinden wird das Ranking freilich mit Spannung erwartet. Wer im Spitzenfeld zu liegen kommt, sieht sich auf dem richtigen Weg. Auch in Vorarlberg. Hierzulande führt die Gemeinde Hittisau, gefolgt von Stallehr, Viktorsberg, Schwarzach sowie Bezau und Fußach (Grafik), die Landesrangliste an. „Grundsätzlich freut es einen Bürgermeister natürlich, wenn die eigene Gemeinde in einer Wertung und im Bundesländervergleich ganz oben steht, sehr viele freut es ganz speziell, wenn es um Bonität und Finanzen geht“, erklärt Gerhard Beer als Gemeindechef von Hittisau im Gespräch mit den VN. „Unser Bestreben war es stets, die Grundsätze der Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit ernst zu nehmen. Sparsamkeit ist ebenfalls einer der wichtigen Grundsätze“, gibt Beer das erhaltene Lob für prächtiges Wirtschaften auch an die Kollegen in der Gemeindestube weiter. „Wobei es wichtig ist zu betonen, dass in gewissen Dingen Großzügigkeit der Entwicklung einer Gemeinde im ländlichen Raum jedenfalls besser tut als zu sehr zu sparen.“ Die gute Wirtschaftslage verbunden mit gut funktionierenden Betrieben im Handel, Tourismus und Handwerk sowie einer überschaubaren Zahl an Industriebetrieben hätten für viele Arbeitsplätze, den Erhalt von Wertschöpfung im Ort und somit für gute Steuer- und Abgabeneinnahmen gesorgt. Spannend für Hittisau würden die nächsten Jahre, in denen die erreichte Bonitätsposition vor dem Hintergrund großer Investitionen nur schwer zu halten sein werde. Nachsatz: „Vielleicht schaffen wir es mit kreativen Finanzierungsansätzen, der Unterstützung von Bund und Land und vor allem mit der Stärkung des bürgerlichen Engagements, Hittisau auch künftig auf stabilen Beinen halten zu können.“

„Grundsätze der Wirtschaftslichkeit ernst zu nehmen stand bei uns stets im Mittelpunkt.“

Gerhard Beer, Bürgermeister Hittisau