Kraftwerke und Kraftorte

14.07.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vom 102 Meter hohen Schüttdamm boten sich spektakuläre Ausblicke in die Schlucht. VN/STEURER

Bei der VKW-Energiewanderung gab es von beidem etwas.

krumbach Kraftwerkswanderungen können mehr sein, als nur auf den Spuren der Energiewirtschaft zu wandeln. Sie bringen Teilnehmer in Gegenden, an die sie sonst vielleicht keinen Gedanken verschwenden würden. Dabei hat Vorarlberg abseits der Durchzugsstraßen so viel Schönes zu bieten. Bei der ersten VKW- Energiewanderung dieses Sommers ging es unter anderem in die Moore von Krumbach – einem Naturraum, der diesen Namen noch verdient.

Das einst größte Kraftwerk

Karl Dörler, langjähriger Geschäftsführer der Vkw Ökostrom-GmbH und jetzt begeisterter Wander-, Stadt- und Kulturführer, hatte die Tour bestens vorbereitet. Zuerst geleitete er Teilnehmer hinab zum Speicher Bolgenach, der uneinsehbar von oben in einer Schlucht schlummert. Nicht weniger als 102 Meter misst der Schüttdamm, der das Wasser zähmt. Entsprechend spektakulär sind die Aussichten. Dass es keine Staumauer wurde, war laut Dörler der Geologie geschuldet. Der Speicher gehört zum Kraftwerk Langenegg, dem einst größten Kraftwerk der VKW. Heute produziert es zwei Millionen Kilowatt Strom und deckt den Energiebedarf von 45.000 Haushalten.

Danach führte er Weg vorbei an den architektonisch ausgefallenen Bushaltestellen von Krumbach zur Kapelle Salgenreute, ebenfalls ein Architekturjuwel. Kunsthistorikerin Heidi Kurz erläuterte deren Geschichte, während die Wanderer andächtig lauschten und Kraft für die weitere Etappe tankten. Moor- und Naturparkführerin Ruth Steurer klärte über die Bedeutung der Moore auf, die allerdings immer weiter auszutrocknen drohen. Doch allein schon die Vielfalt der Pflanzen und die Stille, die auffällig war, verzauberten diesen Tag.

Weiter ging es in Richtung der Kraftwerke Langenegg und Alberschwende, zu denen die Wanderer noch einmal tief absteigen mussten. Dort finden sich noch Teile der Trasse des Wälderbähnles, was bei einigen Erinnerungen wachrief. Wie Adlerhorste kleben die Kraftwerksgebäude an den Hängen. Besichtigt werde konnten allerdings nur das Kraftwerk Alberschwende. Für die interessierte Besucherschar wurden sogar kurz die Turbinen abgeschaltet, und wieder umfing alle eine wohltuende Ruhe.

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