Küss die Hand, Vorarlberg

VN / 15.07.2019 • 17:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die EAV verabschiedet sich von den Fans in Rankweil und damit wohl auch endgültig von den Bühnen Vorarlbergs. Es war ein würdiger Abschluss der Kult-Truppe. EGLE

Mit dem Auftritt in Rankweil verabschiedete sich die EAV von Vorarlberg.

Rankweil Die Erste Allgemeine Verunsicherung – kurz EAV – war vor allem in den 80er- und 90er-Jahren die mit Abstand erfolgreichste österreichische Band im gesamten deutschen Sprachraum. Mit Nummern wie „Ba Ba Banküberfall“, „Küss die Hand schöne Frau“, „Heiße Nächte in Palermo“, „Fata Morgana“ oder dem Märchenprinz sorgten sie für absolute Klassiker, ihre Alben „Geld oder Leben“, „Liebe, Tod und Teufel“ und „Nepomuks Rache“ waren nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland und der Schweiz teils wochenlang an der Spitze der Charts. Es regnete goldene Schallplatten und andere Auszeichnungen. War es auch in den vergangenen Jahren um die Band von EAV-Erfinder und kreativem Kopf der Band Thomas Spitzer (66) sowie Frontman Klaus Eberhartinger (69) etwas ruhiger geworden, gab es im vergangenen Jahr den Amadeus Music Award für ihr Lebenswerk obendrauf. Die beiden Aushängeschilder der Band hatten sich aber auch zum Ende der EAV entschlossen, nicht aber ohne noch vorher auf eine insgesamt knapp hundert Konzerte umfassende Abschlusstournee zu gehen. Diese führte die Band im März bereits nach Bregenz und nun zum letzten Auftritt auf Vorarlberger Boden auf den Rankweiler Marktplatz.

Stefanie und Christian, schon vor dem Auftritt der EAV bestens gelaunt. Egle
Stefanie und Christian, schon vor dem Auftritt der EAV bestens gelaunt. Egle

Bereits seit Monaten war das Konzert, welches vom Rankweiler Alten-Kino- Team rund um Urgestein Armin Wille vorzüglich organisiert wurde, ausverkauft, und die zahlreichen Fans mussten ihr Kommen nicht bereuen. Eberhartinger, der zu Beginn im Sarg auf die Bühne getragen und mit selbigem am Ende wieder wegtransportiert wurde, sorgte so für eine Beerdigung der EAV der absoluten Extraklasse. Das Publikum war alterstechnisch so vielfältig vertreten wie die Show der oftmals als Klamauk-Rocker verschrienen Band. Neben den humorvollen Klassikern war die EAV während ihres Bestehens auch stets gesellschaftskritisch engagiert. So sparten Eberhartinger, Spitzer und Co in Rankweil auch nicht mit Seitenhieben auf aktuelle politische Entwicklungen. Die Fans in Rankweil waren sich einig, der Abschied der EAV wird ein großes Loch in der österreichischen Musikwelt hinterlassen. Wenn man sich auch noch ein Umdenken erhofft, für die Kult-Band bewahrheitet sich wohl der Text ihres traditionellen Abschlusssongs: „Morgen ja morgen, fang ich ein neues Leben an und wenn nicht morgen, dann übermorgen oder zumindest irgendwann…“ CEG