VN-Fußballexperte Dieter Alge über Austria Lustenau: Routine geholt

Sport / 26.07.2019 • 06:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

„Miteinander in die Zukunft“ – unter diesem Moto startete SC Austria Lustenau am 17. Juni in die Vorbereitung für die kommende Saison in der 2. Liga. Wie in Altach wurde auch bei den Grün-Weißen der Kader mit vielen neuen Spielern aufgefrischt, gleich zwölf Akteure wurden dagegen aus der Stickergemeinde verabschiedet. Die Kaderzusammensetzung lässt klar erkennen, dass die junge Austria-Elf aus der Vorsaison mit reichlich Erfahrung bestückt wurde. Dafür sorgen Matthias Morys (33), Christoph Freitag (30), Patrik Eler (29), Christian Schilling (28) oder Heimkehrer Pius Grabher (26). In gesamt fünf Testspielen gab es zwei Siege, ein Remis und zwei Niederlagen. Wobei der 4:3-Erfolg über den griechischen Topklub Atromitos Athen herausragte. Einzig die Verletzung von Mittelfeldspieler Freitag störte die Vorbereitung.

Systemumstellung?

Mit welchem System Trainer Gernot Plassnegger sein Team spielen lassen wird, bleibt abzuwarten. War es in der Vorsaison meist ein 4-2-3-1, so ließ der Steirer sein Team großteils der Vorbereitung in einem 3-4-3- bzw. 3-5-2-System agieren. Auffallend dabei, dass Kapitän Marco Krainz (22) von der „Sechser-Position“ ins Zentrum der Dreierkette zurück beordert wurde. Dies könnte sich nach der Verpflichtung von Innenverteidiger Dominik Sturmberger (20) nun wieder ändern. Die Gedanken von Plassnegger, dass eine Mannschaft auf dem Nivau mehrere Systeme beherrschen sollte, kann ich durchaus nachvollziehen.
Auf den ersten Blick scheint ein Spielsystem mit Dreierkette offensiver ausgelegt als die Varianten mit einer Viererkette. Bei gegnerischem Ballbesitz wird der Abwehrverbund in der Regel zu einer Fünferkette. Die „Doppelsechs“ verstärkt zudem das zentrale Mittelfeld. Eine wichtige Rolle spielen für mich die beiden Außenspieler. Sie sollten über ein sehr gutes Umschaltvermögen „Off/Def“ verfügen, da die Defensive ansonsten bei eigenen Ballverlusten im Mittelfeld sehr anfällig für Konter ist. Beim 7:1-Kantersieg über Widnau sah ich noch das eine oder andere Abstimmungsprobleme im Abwehrverhalten, dafür verfügt die Austria in der Offensive über sehr viel Qualität. Ronivaldo (30), Eler, Patrick Mayer (23), Marcel Canadi (21) oder Morys sind für die Gegner mit ihrem variablen Spiel schwer auszurechnen.
Mein Fazit: Die Austria hat sich sehr gut verstärkt und wird in der kommenden Saison ganz vorne mitmischen. Die große Herausforderung wird der öffentliche Druck auf Verein und Mannschaft sein. Hier sind alle Beteiligten im Klub gefragt, um den richtigen Drive ins Team zu bringen.