Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Das absolut falsche Signal

08.08.2019 • 04:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Schalke legt den „Fall Tönnies“ zu den Akten, der milliardenschwere Unternehmer und Aufsichtsratsvorsitzende des Klubs nimmt sich „nur“ eine dreimonatige Auszeit, lässt quasi sein Amt ruhen. Der Ehrenrat des Vereins konnte nämlich den Vorwurf des Rassismus gegen Clemens Tönnies nicht nachvollziehen, sondern sprach von einem Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot. Das ist und sei den ehrwürdigen Herren bitteschön ins Gewissen geschrieben, bei den von Tönnies getätigten Aussagen wie „. . . dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn‘s dunkel ist, Kinder zu produzieren“ absolut nicht nachvollziehbar. Das erinnert vielmehr an längst vergangene Kolonialzeiten, auch wenn diese scheinbar noch nicht aus allen Köpfen verschwunden sind.
Wie aber soll im Fußball eine Fankultur auf Augenhöhe diskutiert werden, wenn Klubbosse öffentlich gegen das Leitbild („Wir zeigen Rassismus die Rote Karte und setzen uns aktiv für Toleranz und Fairness ein“) eines Vereins, wie nun bei Schalke, verstoßen. Den mächtigen Fleischproduzenten jetzt aus der Schusslinie zu nehmen und zu warten, bis Gras drüberwächst, ist das falsche Signal. Zumal sich dem weltumspannenden Fußball die Chance bietet, in Sachen Rassismus als Vorreiter aufzutreten.

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