Eishockey: Hineinbeißen und durchhalten

Sport / 10.08.2019 • 14:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schiedsrichter Miroslav Stolc wird in der kommenden Saison sein 200. Spiel in der Erste Bank Eishockeyliga leiten. GEPA

Schiedsrichter Miroslav Stolc leitet Spiele der Champions League.

Vandans Um das sprichwörtliche Leibchen geht es Saison für Saison nicht nur bei den Eishockeyspielern. Auch die Schiedsrichter stehen in der Auslage, es werden Leistungsausweise verlangt. Miroslav Stolc ist einer, der in der vergangenen Saison entsprochen hat. Der 34-jährige Referee aus der Erste Bank Liga bekommt wieder Einsätze in der Champions Hockey League. Der gebürtige Slowake mit Wohnsitz Vandans leitet am 29. August die Begegnung der Red Bulls München gegen Ambri-Piotta, die weiteren drei CHL-Stationen heißen Kralove, Trinec und Stockholm. „Man möchte bis zum letzten Spiel dabei sein“, hofft Stolc wiederum auf Play-off-Einsätze in der Europaliga. Zum Aufwärmen leitet der Unparteiische zusammen mit Thomas Berneker am Sonntag (19 Uhr) das Testspiel des Dornbirner EC gegen den HC Thurgau.

Die Seiten gewechselt

Stolc musste seine Spielerkarriere wegen eine Verletzung vorzeitig beenden. Der in Poprad groß gewordene Mittelstürmer stand eine Saison im Kader des WHL-Klubs Spokane, wo auch Michael Grabner, Stefan Ulmer oder Dominic Zwerger ihren Feinschliff bekamen. Auf Stationen in Norwegen und Frankreich folgten Engagements in Silz, dann beim EHC Montafon. „Ich wurde von Obmann Markus Burtscher als Spielertrainer geholt. Aber meine Schulter hat nicht mehr mitgemacht.“
Der Vorarlberger Schiedsrichterobmann Martin Bogen machte dem Familienvater den Wechsel auf die andere Seite des Eishockeys schmackhaft. Bei einem U-18-Turnier in Innsbruck fiel Stolc Lyle Seitz, damals Referee-Beauftragter der EBEL, auf. Mittlerweile sind es gut 180 Spiele, die der Spielleiter, der sich in fünf Sprachen verständigen kann, in der höchsten heimischen Liga geleitet hat.
Eine Profikarriere will der Angestellte in der Logistikabteilung eines Automobilzulieferers nicht ausschließen. „Ich habe letztes Jahr ein diesbezügliches Angebot erhalten. Bei meinem Arbeitgeber ELB-Form hat man viel Verständnis für meine Schiedsrichtertätigkeit, ich kann momentan beides sehr gut verbinden.“ 30.000 Kilometer kommen auf dem Tachometer pro Saison zusammen. Stolc gibt auch zu: „Wenn ich nach einem Spiel frühmorgens heimkomme und gleich zur Arbeit gehen muss, da heißt es schon hineinbeißen.“

Im Sommer geht es zur Sache

In der Vorbereitung auf die neue Saison sind Stolc und Kollegen jeweils Individualisten. „Ich bespreche das Sommertrainingsprogramm immer mit meinen Bruder Frantisek, der Coach beim Klub in Poprad ist. Als Spieler kannst du dich schnell wieder auswechseln lassen, als Schiedsrichter musst du die 20 Minuten durchhalten.“ Ein gutes Training sei Voraussetzung, um den Fokus nicht zu verlieren.
In der kommenden Woche treffen sich die EBEL-Schiedsrichter in Kapfenberg zu einer Trainings-, Test- und Schulungswoche. Regeländerungen soll es, so Stolc, nicht geben. „Höchstens Anpassungen in einem kleinen Rahmen.“