15-Jährige dealte im großen Stil

VN / 17.08.2019 • 04:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die 15-Jährige wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro und vier Monaten auf Bewährung verurteilt.  EC

Schülerin verkauft seit zwei Jahren Drogen, auch sie selbst hat schon fast alles probiert.

Christiane Eckert

Feldkirch Sie ist 15 Jahre alt, hübsch und war eine sehr gute Schülerin. Doch nun hat sie ein „nicht beurteilt“ in ihrem Zeugnis stehen und eine Ladung als Angeklagte. Der Jugendlichen wird Suchmittelhandel vorgeworfen und die Mengen können sich sehen lassen: 700 Stück Ecstasy und 167 Gramm Cannabiskraut. „Ich habe aber nicht allein verkauft, das waren andere auch und ich war nie auf der Straße unterwegs, sondern wir haben alles immer innerhalb unserer Clique verkauft“, erklärt sie Richter Richard Gschwenter.

Tief drin

Die 15-Jährige schilderte gegenüber der Polizei unverblümt, was sie bislang so alles konsumiert hat. „Ganz ehrlich, ich habe selten, eigentlich noch nie, so eine Aussage gelesen“, kann sich der Vorsitzende nur über die Worte im Protokoll der Polizei wundern.

„Unlängst habe ich eine neue Sorte probiert, die war so geil“, erzählte die Schülerin den Polizisten unter anderem. Auf die Frage, wann sie das letzte Mal Kokain konsumierte, antwortete sie ebenso freiheraus: „Das war gestern.“ Sie kennt MDMA, Kokain, Amphetamin, Ecstasy und Marihuana sowieso. Nach LSD befragt, sagt sie: „LSD hab ich noch nicht bekommen, außerdem wollte ich erst noch den anderen Stoff probieren und danach dann das LSD.“

Besorgte Eltern

Bei der Aussage der erst 15-Jährigen, die offenbar seit zwei Jahren, also seit ihrem 13. Lebensjahr, konsumiert, hat man den Eindruck, dass sie sich des Ernstes der Lage überhaupt nicht bewusst ist. Die Eltern, die der Verhandlung beiwohnen, machen jedenfalls ein betrübtes Gesicht.

„Schmeißen Sie Ihre Zukunft nicht weg. Anfangs macht das alles Spaß und Sie spüren in Ihrem Alter vielleicht noch nicht viel, aber Sie geraten in einen Sumpf, aus dem Sie nur schwer oder gar nicht mehr herauskommen“, mahnt der Richter. Die Angeklagte nickt. Sie behauptet, sie wäre „sauber“. Auf die Frage, ob sie eine Therapie machen möchte, antwortet sie: „Eine Therapie? Wegen was?“ Sie wird zu einer Geldstrafe in der Höhe von 600 Euro und vier Monaten auf Bewährung verurteilt.

Rute im Fenster

Dazu gibt es einen Bewährungshelfer, der auf das Mädchen schauen und ihm gegebenenfalls zur Seite stehen soll. „Halten Sie sich nicht an die Termine, müssen Sie die vier Monate absitzen“, macht ihr Richard Gschwenter klar. Bei den Mengen hätten maximal eineinhalb Jahre Haft verhängt werden können. Alle hoffen, dass das Mädchen die Sanktion als Chance sieht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.