Paul Reitmayr über seine verfrühte Sportlerpension

Sport / 21.08.2019 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Karriereendende von Vorarlbergs Top-Triathleten Paul Reitmayr. SAMS

Vorarlbergs Triathleten und Jungvater fehlt die Motivation, sich noch weiter zu quälen.

Dornbirn Nach dem Trans Vorarlberg Triathlon und dem Ironman 70.3 Zell am See sollte Schluss sein. Denn die Prioritäten hatten sich nach 20 Jahren Triathlon verschoben und die Zeit für Training und Regeneration sei immer weniger geworden. Doch nun verabschiedet sich Paul Reitmayr schon etwas früher in seine verdiente Sportlerpension. „Ich habe bis zuletzt gehofft, den Schalter nochmals umlegen zu können, doch das vergangene Wochenende hat gezeigt, dass ich nicht mehr voll an mein Limit gehen kann“, sagte der Dornbirner, der beim Jannersee-Triathlon in Lauterach Rang vier und einen Tag später beim Rhyathlon in der Schweiz Platz drei belegte.

Unvergesslich ist sein Jubel, als Paul Reitmayr im Juni 2015 den Ironman 70.3 im italienischen Pescara gewinnen konnte. VN
Unvergesslich ist sein Jubel, als Paul Reitmayr im Juni 2015 den Ironman 70.3 im italienischen Pescara gewinnen konnte. VN

Richtige Entscheidung getroffen

„Der Trans Vorarlberg ist ein echt hartes Rennen und da reicht es nicht, halbherzig dabei zu sein und einfach ins Ziel kommen zu wollen. Dafür bin ich zu ehrgeizig“, so der 34-jährige Lehrer und erzählt, dass er bereits nach dem Ironman in Klagenfurt mit dem sofortigen Rücktrittsgedanken kämpfte. „Ich wollte eigentlich noch unbedingt den Trans Vorarlberg mit der Staatsmeisterschaft absolvieren, aber seitdem ich den Rücktrittsgedanken im Kopf hatte, habe ich nicht mehr richtig ins Training gefunden. Deshalb entschied ich mich, meine Karriere sofort zu beenden“, erklärt Reitmayr zu seinem Entschluss. „Es war aber auf jeden Fall die richtige Entscheidung“, ergänzt er.

Tolle Erfolge gefeiert

Reitmayr wurde im Jahr 2007 erstmals Staatsmeister über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Laufen). Im Jahr 2013 kürte er sich erneut zum Staaatsmeister, diesmal aber über die Sprintdistanz (750 m Schwimmen, 20 km Rad, 5 km Laufen). Seinen wohl größten Erfolg feierte der Dornbirner im Jahr 2015, als er als erster Österreicher einen Ironman 70.3 im italienischen Pescara auf der Mitteldistanz gewinnen konnte. Nur drei Wochen später wurde er über dieselbe Distanz beim Ironman 70.3 in Norwegen Dritter.

„Das Wochenende hat gezeigt, dass ich nicht mehr voll an mein Limit gehen kann.“

Paul Reitmayr, Triathlet


Seit 2016 konzentrierte sich Reitmayr auf die Langdistanz. Gleich bei seinem ersten Antreten, beim Ironman in Klagenfurt, sicherte er sich den Vizestaatsmeistertitel. Im selben Jahr übernahm der Dornbirner die Teamleitung beim Skinfit-Racing-Team von Dominik Berger. Zudem war er Teil des Langdistanz-Nationalteams des Österreichischen Triathlonverbandes und ging in der Deutschen Triathlon Bundesliga für das WMF BKK Team AST Süßen an den Start.

Ganz ohne Triathlon geht gar nicht

In Zukunft wird sich Reitmayr Zeit für seine Frau und seinen 14 Monate alten Sohn nehmen. Ganz ohne Triathlonsport kommt er aber nicht aus. So leitet er weiter das Skinfit-Racing-Tri-Team, gemeinsam mit Bianca Steurer, und wird in dieser Funktion beim Trans Vorarlberg seine ehemaligen Teamkollegen Bianca Steurer und Sebastian Neef unterstützen. Ab September geht Reitmayr wieder seiner Tätigkeit als Lehrer an der HAK bzw. Tourismusschule in Bludenz nach. SB

Interview mit Paul Reitmayr aus dem Jahre 2015 nach seinem Sieg in Pescara.