Halbe Milliarde Euro für Ausbau der Wasserkraft

VN / 27.08.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach 500 Millionen Euro für Obervermunt wollen Vorarlbergs Stromproduzenten abermals mehr als 500 Millionen in drei Kraftwerksbauten investieren. VIW, VKW, SAELY

Vorarlberger Stromproduzent prüft drei neue Kraftwerke an Bregenzerach, Ill und Meng: Das Land auf dem Weg zur Energieautonomie 2030.

Bregenz Vorarlberg will den Ausbau der Wasserkraft konsequent vorantreiben. Ein Blick in die jüngste Vergangenheit macht deutlich, dass dieser Kurs seit Längerem verfolgt wird: In nur einem Jahrzehnt sind hierzulande 20 Kraftwerke in Betrieb genommen oder genehmigt worden. Geht es nach dem Land sowie der Chefetage von viw vkw wird mit hohem Tempo weiter an der Energiegewinnung aus Wasserkraft gearbeitet. Nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks Obervermunt II, dessen Errichtung rund 500 Millionen Euro verschlang, werden an der Bregenzerach sowie Meng und Ill neue Kraftwerksprojekte geprüft. Die Kosten für die drei neuen Werke, die bis zum Jahr 2030 erbaut werden sollen, dürften sich Schätzungen zufolge mit ebenso mehr als einer halben Milliarde Euro zu Buche schlagen.

Land auf dem Weg zur Autonomie

Mit diesen Ausbaumaßnahmen soll der eigenständige Kurs Vorarlbergs auf dem Energiesektor weiter gestärkt werden, betonten LH Markus Wallner sowie Landesrat Christian Gantner (VP) und Vorstand Helmut Mennel (viw vkw) nach der Regierungssitzung. Es verstehe sich quasi von selbst, dass dahinter auch das Ziel der beschlossenen Energieautonomie des Landes bis 2030 und die Pariser Klimaschutzziele stünden, so der Tenor. Bereits jetzt stamme die Elektrizität im Land zu rund 75 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern, allein 71 Prozent würden aus Wasserkraft erzeugt, erklärte Wallner. Um das angepeilte Energieautonomieziel erreichen zu können, brauche es drei Dinge: den Ausbau von Wasserkraft und Photovoltaik sowie Effizienz im Stromverbrauch. Wasserkraftwerke mit Pumpspeicherung würden auch die Möglichkeit bieten, Schwankungen in der Stromerzeugung aus Wind und Sonne auszugleichen, fuhr Wallner fort. „Daher brauchen wir die Wasserkraft vor allem auch für die Versorgungssicherheit und das Aufrechterhalten von moderaten Strompreisen, die zu den günstigsten in Österreich und den umliegenden Regionen zählen.“

Sauberer Strom aus Wasserkraft

Zu den wichtigsten neuen Kraftwerken würden die beiden Großkraftwerke Kops II und Obervermunt II zählen. Die bereits angelaufenen neuen Kraftwerke würden unterm Strich ein Regelarbeitsvermögen von rund 75 Gigawattstunden aufweisen. Damit könne sauberer Strom für weitere rund 20.000 Vorarlberger Haushalte bereitgestellt werden, erläuterte Landesrat Gantner. „Die bisher umgesetzten Projekte belegen klar, dass der 2011 gefasste einstimmige Landtagsbeschluss zum Ausbau der Wasserkraft konsequent verfolgt wurde und wird“, betonte Gantner. Die illwerke vkw öffnen am Wochenende die Pforten des Obervermuntwerks II für Interessierte. Das Großprojekt war auch mit einem enormen Impuls für die heimische Wirtschaft verbunden, sagte Vorstand Mennel: „119 Millionen Euro an Wertschöpfung blieben im Land.“