Das Ötztal in Vorarlberger Hand

Sport / 02.09.2019 • 23:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein strahlender Sieger beim Rad-Marathon im Tiroler Ötztal: Der Vorarlberger Mathias Nothegger.Steiner/Ötztal-Tourismus
Ein strahlender Sieger beim Rad-Marathon im Tiroler Ötztal: Der Vorarlberger Mathias Nothegger.Steiner/Ötztal-Tourismus

Mathias Nothegger feiert neuen Streckenrekord beim Ötztaler Radmarathon.

Sölden 238 Kilometer, 5500 Höhenmeter und Passagen mit bis zu 18-prozentiger Steigung. Diese eindrucksvollen Daten lassen auf Ungewöhnliches schließen. Vor allem dann, wenn sich 4500 Sportler diesen Distanzen und Höhen hingeben und sie sogar noch in teils weniger als sieben Stunden abspulen. Einer dieser „Verrückten“ ist der Bregenzer Mathias Nothegger, der nach seinem Sieg im letzten Jahr abermals gewann und mit der Siegerzeit von 6:47:02,3 Stunden sogar einen neuen Rekord feiern durfte.

„Dieser zweite Erfolg bei diesem renommierten Ötztal-Marathon ist ein Traum für mich.“

Mathias Nothegger, Radsportler


„Natürlich war es ein hartes und stressiges Rennen, vor allem deshalb, weil man als Titelverteidiger immer der Gejagte ist und alle versuchen, mir die Arbeit und ihren Rennstil aufzudrücken“, bilanzierte der 40-Jährige, der seine Zeit von 2018 um ganze 17 Minuten verbessern konnte. „Was auch daran lag, dass sich mir perfekte Bedingungen boten. Im letzten Jahr hat es wie aus Kübeln geschüttet, diesmal profitierten wir alle von optimalen Temperaturen und dass der normalerweise obligatorische Gegenwind am Brennerpass ausblieb.“

Spannender Verlauf

Nach einiger Zeit, in der es ganz danach ausschaute, als ob Nothegger eigentlich nichts mit dem Sieg zu tun haben werde, konnte er sich bei der Abfahrt nach Sankt Leonhard – also vor dem Timmelsjoch, das auf 2509 Metern liegt – absetzen. Plötzlich lag er mit dem Italiener Mattia de Marchi Kopf an Kopf an der Spitze des Feldes, die nächsten Fahrer sollten zu diesem Zeitpunkt bereits drei Minuten zurückliegen.
Im Zweierduell mit dem Italiener behielt dann abermals der Vorarlberger die Oberhand, bei der Mautstelle Schönau konnte er den Weg zum Siegerpodest ebnen: „Ich wusste, dass ich in der Abfahrt schneller als De Marchi war. Deshalb setzte ich alles auf ebendiese nach der Mautstelle. Ich habe alles riskiert, Gott sei Dank mit einem guten Rennausgang für mich.“
Nach dem Rennen ließ Mathias Nothegger diese Passagen folgendermaßen Revue passieren: „Als ich eigentlich schon weiter zurücklag, konnte ich mich zurückkämpfen und mich aus einer Gruppe auf dem Brenner hervortun. Das war der Schlüssel zum Erfolg.“
Besonders erfreut zeigte er sich über die Tausenden Fans, die im ganzen Ötztal die Athleten zu Bestzeiten pushten, denn „bei jedem anderen Rennen hat man erst im Ziel richtig gute Stimmung, im Ötztal war es auf der ganzen Strecke so“.
Jetzt ruft aber auch für Nothegger, nach einer harten Saison, eine verdiente Erholungsphase. Eine Safari in Südafrika steht an, bevor es nächstes Jahr im Ötztal wieder mit Startnummer eins ins Rennen geht.