Hinter den Kulissen: Von Ungeziefer und Wettmelkern

Politik / 07.09.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für den Dornbirner Nationalrat Gerald Loacker (Neos) gibt es offenbar nicht nur schlechte Kammern. VN

Hinter den Kulissen: Die VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe.

Kammerhassliebe Der Dornbirner Nationalratsmandatar und Landeslisten-Spitzenkandidat Gerald Loacker (45, Neos) und die Kammern werden wohl keine Freunde mehr. Loacker bezeichnete sich selbst bereits als Kammerjäger, er möchte das aus seiner Sicht verkrustete System von Arbeiter- und Wirtschaftskammer aufbrechen. Der Kammerjägertitel hat bei den Kämmerern freilich längst seine Spuren hinterlassen. Aus der AK Vorarlberg um Präsident Hubert Hämmerle (58) und Direktor Rainer Keckeis (61) heißt es, dass man mit Loacker nicht diskutieren wolle: Wer sich in der Öffentlichkeit lautstark als Kammerjäger bezeichne, sage damit, dass die Gegenseite Ungeziefer sei. Das sei schlichtweg beleidigend, heißt es in der Arbeitnehmervertretung. Offenbar ist aber nicht jede Kammer automatisch ein Feindbild der Pinken. So kandidiert der Altpräsident der Ärztekammer, Otto Pjeta (70), für die Neos, was Loacker als Auszeichnung für die bisherige politische Arbeit rund um Gesundheit bezeichnete. Es gibt also aus Neos-Sicht auch gute Kammern.

Blaue Bauernhof-fete Hüpfburg, Rundfahrten mit dem Traktor durch den landwirtschaftlichen Betrieb, ein Streichelzoo und Wettmelken: Der blaue Ex-Innenminister Herbert Kickl (49, FP) dürfte auf seiner Wahlkampftour durchs Land vor allem beim Familienfest auf dem Bauernhof von Klubchef Daniel Allgäuer (55, FP) und Reinelde in Feldkirch im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun haben. Die Gäste der blauen Fete am Bauernhof im Stadtteil Gisingen werden erwartungsgemäß von Parteichef Christof Bitschi (28, FP) begrüßt. Nach ihm soll der wortgewaltige Kickl mit einer Rede für Volksfeststimmung sorgen. Ob sich der streitbare Bundespolitiker Kickl auch als Wettmelker ins Zeug werfen oder sich eine Rundfahrt mit dem Traktor über Allgäuers Grund und Boden gönnen wird, ist nicht bekannt.

Jobwechsel Wenn Mitarbeiter in Parteizentralen ausgerechnet in Vorwahlzeiten das Handtuch werfen wollen, hängt naturgemäß vielfach der Haussegen schief. Dies dürfte auch in der Landesgeschäftsstelle der Volkspartei mit Geschäftsführer Dietmar Wetz (52) in Bregenz derzeit der Fall sein. Dort organisiert offenbar Martin Zambanini (36) seinen Abgang aus der Landesparteizentrale. Zambanini, der auch als Geschäftsführer des ÖAAB bei Landesobmann Harald Witwer (42) engagiert ist und einst als Bezirksparteigeschäftsführer für Bregenz, Dornbirn und den Bregenzerwald zuständig war, soll nämlich in die Presseabteilung der Arbeiterkammer nach Feldkirch übersiedeln, wissen schwarze Funktionäre zu erzählen.