Banges Warten auf Ergebnis der TBC-Tests von acht Rindern

VN / 18.09.2019 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Rinder genießen die Alpe. Sie finden dort bestes Futter. Allerdings: Es lauern auch Gefahren der Ansteckung mit dem TBC-Erreger. BERCHTOLD

Sind die Befunde negativ, kann Herkunftskreis des TBC-Erregers am Nüziger Hof eingeschränkt werden.

Nüziders, Bregenz Der Rinder-TBC-Fall von Nüziders bewegt das Land. Wie die VN berichteten, müssen alle 53 Tiere des Andreas Tschann im Laufe dieser Woche getötet werden. Weil mehr als 40 Prozent der Tiere im Betrieb beim Hauttest auf den TBC-Erreger eine Reaktion zeigten, war diese Maßnahme unausweichlich. Seinen Anfang nahm das TBC-Drama bei einer routinemäßigen Kontrolle von Schlachtfleisch. Eine Tierärztin aus dem Bezirk Bludenz stellte bei einer Kuh vom Nüziger Hof eine offene TBC fest. Die daraufhin durchgeführten Kontrollen im Betrieb brachten das fatale Ergebnis ans Tageslicht.

Für den untadeligen Landwirt aus dem Oberland bedeutet das einen kompletten Neuanfang. Ob der TBC-Fall von Nüziders noch viel weitere Kreise zieht, wird sich schon heute beantworten lassen. Heute soll das Testergebnis jener acht Rinder des Tschann-Hofes vorliegen, die den Sommer über auf der Alpe waren. Im Falle eines positiven Ergebnisses wäre Schlimmes zu befürchten. Dann müssen alle jene Betriebe sofort kontrolliert werden, deren Tiere mit jenen vom Nüziger Hof Kontakt hatten.

Bleibt Ungewissheit?

Aber auch bei einem negativen Ergebnis ist die Ungewissheit darüber, wo sich die Kuh angesteckt haben könnte, noch nicht gewichen. „Wir wissen, dass die Kuh heuer nicht gealpt wurde. Zum letzten Mal auf einer Alpe war sie vor fünf Jahren. Sie war seitdem immer nur im Betrieb“, berichtet Agrarlandesrat Christian Gantner (38, ÖVP). Der Landesrat schließt nicht aus, dass die Herkunft der Ansteckung womöglich nie geklärt wird.

Unterstützung sagt Gantner dem schwer getroffenen Betrieb des Andreas Tschann zu. „Wir lassen den Landwirt nicht im Stich.“

Gefahr Alpe

Der TBC-Fall von Nüziders hat laut Gantner gezeigt, „dass wir unser engmaschiges Kontrollnetz auch in der Zukunft aufgespannt lassen müssen.“ Anfang Jahres wurden heuer 725 Bestände mit mehr als 8000 Rindern untersucht. Der Schwerpunkt der Kontrollen liegt auf den TBC-Kerngebieten im Montafon und im Klostertal. Tierärztlich untersucht wird auch das Schlachtfleisch.

„Wir lassen unser engmaschiges Kontrollnetz auch künftig aufgespannt.

Christian Gantner, Landwirtschaftslandesrat

Die größte Gefahr der Ansteckung besteht laut Experten während des Alpsommers, wo Vieh leicht mit infiziertem Wild in Kontakt kommen kann. Die Untersuchungen der Viehbetriebe gehen dann einige Monate später vor Ort an den Höfen über die Bühne.