Männerpartei: „Wir fordern vorurteilsfreie Politik“

Politik / 07.10.2019 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Wir wollen zulegen, unser Ziel ist der Einzug in den Landtag“, sagt der Spitzenkandidat der Männerpartei im VN-Gespräch. VN/WALSER

Zur bevorstehenden Landtagswahl: VN stellen Spitzenkandidaten und Ziele der Vorarlberger Kleinparteien vor. Diesmal die Männerpartei (M).

Schwarzach Elf Jahre ist es her, seit der Bregenzer Hannes Hausbichler die Männerpartei aus der Taufe hob. Von den Begriffen Groß- oder Kleinpartei hält der Bregenzer nichts, er sieht seine Gruppierung auf Augenhöhe mit anderen Parteien. Bei den Landtagswahlen vor fünf Jahren konnte die Männerpartei 0,4 Prozent der Wähler auf sich vereinen, diesmal will sie stärker werden. Was das Wahlkampfbudget betrifft, so will sich der Parteigründer nicht in die Karten schauen lassen. Nur so viel: „Wir haben viele Spender und beziehen null Förderung aus Steuergeld.“ Was das Wahlziel anbelangt, so gibt er sich im Hinblick auf das Wahlergebnis am kommenden Sonntag optimistisch: „Wir wollen zulegen, unser Ziel ist der Einzug in den Landtag. Nur dann können wir das Anfragerecht nutzen“, erklärt Hausbichler, der mit Carin Breuß die Speerspitze der Partei bildet, im VN-Gespräch.

„Väter genauso gutes Elternteil wie Mütter“

Das Zusammenleben in Gesellschaft in Gleichwertigkeit und Chancengleichheit ist Hausbichler ein besonderes Anliegen. Dies ist seiner Meinung nach nur dann möglich, „wenn wir uns vorurteilsfrei, dialogbereit und wertschätzend begegnen“. Auch bei der Gleichberechtigung liegt aus seiner Sicht vieles im Argen. „Väter können genauso gut Elternteil sein wie eine Mutter. Wir wollen gleiche Chancen für alle. Niemand soll per Gesetz benachteiligt werden. Die Lohnschere herrscht nicht zwischen den Geschlechtern, sondern zwischen Alt und Jung. Um das Lebenseinkommen von Frauen zu erhöhen, ist deren Pensionsalter daher unverzüglich an jenes der Männer anzugleichen. Eigenes Arbeitseinkommen statt Unterhalt vom Mann ist der beste Weg für eine Zukunftsvorsorge. Männer sollen zunehmend die Familienarbeit mit Frauen teilen, doch dafür benötigen sie zuerst eine familienrechtliche Gleichstellung.“

Klimaschutz und Frauenquote

Auch den Klimaschutz hat sich die Männerpartei auf die Fahnen geschrieben. Sie will Wärmepumpen und verbesserte Energierückgewinnung gefördert wissen. „Bezüglich der E-Mobilität ist der immensen CO2-Belastung großer Batterien endlich Rechnung zu tragen. Effektiv klimaschonender sind Automobile mit kleinen Akkus ohne Spitzenstrombedarf.“ Besonders strikt wendet sich Hausbichler gegen Quoten wie im öffentlichen Dienst: „Wenn sich eine Frau und ein Mann für eine Stelle bewerben und auch nur ungefähr gleich qualifiziert sind, darf der Mann die Stelle nicht bekommen. Wir finden das ungerecht, denn besonders den jungen Männern werden damit gleiche Chancen vorenthalten.“ Gemeinsam mit seinen Mitstreitern tritt Hausbichler für einen sofortigen Stopp der Anti-Männerquote ein. „Wir wollen immer die Besten, egal ob Mann oder Frau.“

„Quoten müssen sofort abgeschafft werden. Eine Frauenquote ist für uns eine Anti-Männerquote.“

Hannes Hausbichler, Männerpartei