Ski von Kästle, Branding von Rossignol?

Sport / 12.10.2019 • 15:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
APA

In der Skischuh-Frage rundum ÖSV-Läuferin Katharina Liensberger könnte es bald eine Einigung geben. Heute fand ein Gespräch mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel statt.

Schwarzach Kreativität heißt das Zauberwort im Fall von Katharina Liensberger. Und die ist von allen Parteien gefragt. Nachdem der Österreichische Skiverband der zu Kästle gewechselten 22-jährigen Weltcupläuferin wegen der ungeklärten Schuhfrage eine Sperre angedroht hatte, wurde zuletzt an Lösungen gearbeitet. „So wie ich es vom Toni gehört habe, sollten die Parteien bald zu einer Einigung kommen“, meinte Vorarlberger Verbandspräsident Walter Hlebayna den VN gegenüber. „Es wird geredet und es geht was weiter.“ Am Samstag beispielsweise stand ein Gespräch zwischen Liensberger und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel an. Der Skiverbandsboss wollte allerdings in die Verträge zwischen Liensberger und Kästle Einsicht bekommen, dafür dürfte aber die Zustimmung vom Skihersteller fehlen. 

Die Rückkehr zu Rossignol, wie von Skipool-Geschäftsführer Reinhold Zitz vorgeschlagen, gestaltet sich auch schwierig: Der französische Skihersteller wäre zwar bereit Liensberger Skier zur Verfügung zu stellen. Die Bedingung: Ein neuer Dreijahresvertrag.

Wie könnte aber eine Lösung aussehen, mit der allen geholfen wäre? Wenn zum Beispiel Liensberger zugestanden wird den von ihr erfolgreich getesteten Kästle-Ski mit Rossignol-Branding zu fahren. „Das könnte durchaus gehen“, meinte VN-Ski-Experte Marc Girardelli. „Ich habe das 1983 auch gemacht. Ich hatte einen Atomic-Vertrag und bin zum Teil mit Dynamic-Skiern gefahren.“ Der fünffache Weltcupsieger ergänzt: „Das wäre ein Kompromiss in alle Richtungen. Aber da müssen natürlich alle Parteien einverstanden sein.“ Technisch sieht Girardelli keine Hindernisse: „Eine Folie für die Oberfläche ist schnell gemacht, den Belag kann man austauschen.“   

Kästle verschärfte gestern die Gangart, meinte in einem Statement: „Der Vertrag zwischen Kästle und Katharina Liensberger ist nicht aufgelöst“, schreibt Geschäftsführer Clemens Tinzl. „Wir erachten es aber als unfair, dass Katharina die Leidtragende von Versäumnissen von ÖSV und Skipool sein soll. Um nicht wertvolle Trainings zu verlieren, haben wir uns entschieden , dass sie im Training bis auf weiteres auch andere als unsere Ski verwenden darf.“