Nach Pause platzte der gordische Knoten

Sport / 13.10.2019 • 23:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kapitän Lukas Frühstück drückte unentwegt auf das Tempo, brachte seine Nebenspieler in Position und glänzte zudem als Vollstrecker. GEPA

Bregenz Handball setzt im Europacup mit 35:17-Kantersieg gegen Helsinki ein Ausrufezeichen.

Bregenz Ein Sieg mit vier Toren Unterschied war gefordert, am Ende wurde es der dritthöchste Heimsieg in der 103 Spiele aufweisenden Europacupgeschichte. Eine Woche nach der 32:35-Auswärtsniederlage bei IFK Helsinki setzte sich Bregenz Handball in eigener Halle gegen den siebenfachen finnischen Meister dank einer grandiosen zweiten Halbzeit mit 35:18 (13:9) durch um zog mit einem Gesamtscore von 67:53-Toren in die dritte Runde (32 Teams) des EHF-Challenge-Cups Mitte November ein. Die Freude über den Befreiungsschlag im Lager der Festspielstädter wurde allerdings durch den Ausfall von Kreisläufer Marko Coric getrübt. Der 23-jährige Kroate fiel nach einer Viertelstunde mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus.

Kapitän Frühstück der Antreiber

Nach der besonders in der Defensive wenig erfreulichen Leistung im Hinspiel konnte die Equipe von Markus Burger bei dessen Europacup-Heimdebüt als Bregenz-Cheftrainer von Beginn an an die Leistungen beim 26:25-Erfolg zur Wochenmitte gegen Graz anschließen. Besonders Goalie Goran Aleksic zeigte sich von seiner besten Seite und sorgte bei den Gästen für viel Verunsicherung. Daneben war es Kapitän Lukas Frühstück, der im Angriff unentwegt auf das Tempo drückte, seine Nebenspieler immer wieder in Position brachte und selbst als Vollstrecker überzeugte. Als Routinier Vlatko Mitkov mit einem Kracher die Hausherren erstmals mit 8:5 (13.) in Front brachte und anschließend Frühstück nach einer sehenswerten Einzelaktion auf 11:6 (21.) erhöhte, schien die Vorentscheidung geschafft. Doch unnötige Zeitstrafen sorgten dafür, dass Helsinki auf Schlagdistanz blieb.

Bregenz-Goalie Goran Aleksic war wie gegen Graz ein sicherer Rückhalt. GEPA

Nach dem Kabinengang war dann aber die Gegenwehr der Finnen unwiderruflich gebrochen: Bregenz ließ nicht locker, zog in souveräner Manier und mit zum Teil sehenswerten Toren auf 27:16 (48.) davon und weckte Erinnerungen an glorreiche Zeiten. Am Ende stand mit dem auch in dieser Höhe verdienten 35:17-Erfolg der 35. Heim- und insgesamt 44. Sieg auf der europäischen Bühne zu Buche. „Man hat klar gesehen, was alles möglich ist, wenn man Selbstvertrauen hat und im Kopf bereit ist. Alle im Team waren fokussiert und haben an die Chance geglaubt. Heute war ein schöner Tag für Bregenz und zudem, durch den Erfolg von Hard, für den österreichischen Männerhandball. Ich hoffe, meine Mannschaft hat nun die mentale Hürde abgelegt, der gordische Knoten ist durchschlagen und sie können ab jetzt all das abrufen, was sie in sich haben. Eine bittere Pille ist natürlich die Verletzung von Marko Coric. Doch dieses Risiko besteht immer und davon dürfen wir uns nicht aus der Bahn werfen lassen“, betonte Coach Burger nach dem zweiten Sieg innert vier Tagen.

Challenge-Cup der Männer 2019/20
Qualifikation, 2. Runde, Rückspiel   
Bregenz Handball  – IFK Helsinki (FIN)  35:18 (13:9)

Hinspiel (5. 10.) 35:32 (17:16) für Helsinki; Gesamt 67:53 für Bregenz 
Handballarena Rieden, 1200 Zuschauer, SR Jerlecki/Labun (POL) 
Zweiminutenstrafen: 8 bzw. 3; Rote Karte: 8. Safronii (Helsinki)
Torfolge: 9. 3:4, 13. 8:5, 21. 11:6, 27. 11:9, 39. 19:12, 43. 22:14, 47. 26:16, 55. 32:16,
Bregenz Handball: Aleksic, Häusle; Jäger 1, Frühstück 6, Babarskas 2, Coric 1, Klopcic 4, Lampert 5, Schnabl, Kritzinger 1, Juric-Grgic 3, Mohr 4, Wassel 2, Svecak, Mitkov 6/1
IFK Helsinki: Theodotos, Alander; Heino, Puna 3, Jansson 1, Protsenko 3, Nänto 2, Toomla 2, Alexandersson, Knopinskii 3/1, Udd, Manner, Vasvari 1, Safronii, Nokelainen, Ahlgren 3