Altach wie ein potenzieller Abstiegskandidat

Sport / 19.10.2019 • 21:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ohne Worte: Admiras Sinan Bakis jubelt und Altach-Torhüter Martin Kobras im wahrsten Sinne des Wortes am Boden. gepa
Ohne Worte: Admiras Sinan Bakis jubelt und Altach-Torhüter Martin Kobras im wahrsten Sinne des Wortes am Boden. gepa

Erschreckende Leistung des heimischen Bundesligaklubs bei 1:4-Niederlage gegen die Admira.

altach Und er änderte doch etwas. SCR-Trainer Alex Pastoor besetzte seine Innenverteidigung neu und zog Jan Zwischenbrugger ins Mittelfeld. Allein die Wirkung blieb aus, denn der Cashpoint SCR Altach bot eine erschreckende Leistung im Duell der Kellerkinder und kassierte eine 1:4-Niederlage. Dass Christian Gebauer zudem verletzungsbedingt schon nach 34 Minuten vom Feld musste, passte in das traurige Bild, das die Altacher abgaben.

Das Debüt-Spiel von Sidney Sam ging ob der katastrophalen Leistung im Defensivverhalten unter. Matthias Maak und Philipp Schmiedl als neues Duo in der Innenverteidigung war stets ein Gefahrenherd, für das eigene Team, aber auch davor oder auf der Seite entpuppten sich Spieler wie Samuel Gouet oder Manuel Thurnwald mehr als nette Wegbegleiter denn als ernsthafte Gegner für die Südstädter. So geschehen beim 0:1 nach elf Minuten und es sollte eine katastrophale erste Halbzeit folgen, die kaum schlechter gespielt werden kann. Kein Wunder, dass die Mannschaft von den Zuschauern mit Pfiffen in die Halbzeit verabschiedet wurde. Davor verteilte man Geschenke, die nur noch für Kopfschütteln sorgten. Altachs Spieler präsentierten sich im Jahr des 90-jährigen Klubjubiläums wie Pensionisten.

tipico Bundesliga 2019/20

11. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – FC Admira Wacker Mödling 1:4 (0:3)

Altach, Cashpointarena, 3758 Zuschauer, SR Josef Spurny (W)

Torfolge: 11. 0:1 Hjulmand, 21. 0:2 Bakis, 45./+ 2 0:3 Bakis, 48. 1:3 Mergim Berisha (Foulelfmeter), 84. 1:4 Hoffer

Gelbe Karten: 23. Hjulmand (Admira), 71. Schmiedl (Altach/Foulspiel)

Cashpoint SCR Altach ((4-1-4-1): Thurnwald, Maak, Schmiedl, Karic; Zwischenbrugger; Sam (68. Gschweidl), Gouet (46. Anderson), Tartarotti, Gebauer (34. Fischer); Mergim Berisha

FC Admira Wacker Mödling (4-2-3-1): Leitner; Lukacevic, Aiwu, Schwösswendter, Menig; Lackner, Hjulmand; Maier (76. Kadlec), Kerschbaum, Pusch (88. Saracevic); Bakis (79. Hoffer)

Nach der möglicherweise schlimmsten Halbzeit in der Altacher Bundesligageschichte, nahm Pastoor zur Pause eine Systemumstellung vor. Der für den formschwachen Gouet in die Mannschaft gekommene Anderson rückte in die Dreier-Abwehrkette mit Maak und Schmiedl, die Außen Thurnwald und Karic standen in der Folge höer. Und es sollte nur Sekunden nach Wiederanpfiff ein Hoffnungsschimmer am Horizont auftun. Denn SR Spurny zögerte nach dem Klammergriff von Aiwu an Mergim Berisha im Strafraum keine Sekunde und entschied auf Elfmeter. Der Neo-DFB-U-21-Teamspieler verwandelte den Strafstoß selbst zum Anschlusstreffer (48.). Den erhofften Sturmlauf löste das Tor nicht aus, beide Mannschaften lieferten sich aber jetzt einen offenen Schlagabtausch. Bei dem die Altacher durchaus auch Glück für sich verbuchten. So bei einer Direktabnahme von Fabian Paul Menig, dessen Schuss vom Pfosten zurückprallte (50.).

Aus Altacher Sicht sollte es bei einem kurzen Intermezzo bleiben. Die gefährlichere Mannschaft blieben die Gäste. Erschreckend die geringe Gegenwehr der Heimischen, die sich mit Fortdauer der Partie der Niederlage fügten. Es war die vierte in Folge und macht Altach zu einem potenziellen Abstiegskandidaten. Die Admira hingegen gewann zum sechsten Mal in der Cashpoint Arena und erzielte erstmals in der Klubgeschichte seit 1986/87 (!) drei Tore in der ersten Hälfte. Für Altach und Trainer Alex Pastoor aber brechen ganze schwere Wochen herein. Und so war es kein Wunder, dass die Zuschauer bereits nach dem 1:4 (84.) völlig entnervt das Stadion verließen.