Talente statt Euro im Rankler Vereinshaus

VN / 23.10.2019 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Markt konnten Talente auch mit Euro gekauft werden, wie hier Hilde und Erika vorzeigen. Prinzipiell verdient man sich aber Talente mit persönlichem Einsatz. Egle
Beim Markt konnten Talente auch mit Euro gekauft werden, wie hier Hilde und Erika vorzeigen. Prinzipiell verdient man sich aber Talente mit persönlichem Einsatz. Egle

Feierabendmarkt des Vorarlberger Talente-Vereins im Vereinshaus Rankweil.

Rankweil Talente, das sind zum einen verschiedenste Fähigkeiten, die in irgendeiner Form jeder von uns von Natur aus mitbekommen hat. Beim Talente-Verein geht es darum, sich im Rahmen dieser Talente in die Gemeinschaft einzubringen. Jeder kann seine persönlichen Fähigkeiten präsentieren und sie verkaufen. Als Gegenleistung erhält er keine Waren oder Dienstleistungen – es handelt sich nicht um einen Tauschhandel – und auch kein Bargeld. Bezahlt wird in der fiktiven Währung „Talente“. Mit diesem Guthaben können die Mitglieder bei einem anderen Teilnehmer einkaufen gehen und dessen Talente nutzen. Jeder legt dabei den Preis selbst fest, ganz wie im realen Handel entscheidet also Angebot und Nachfrage über die Höhe des Preises.

„Die Talente sind ein zinsfreies, demokratisches und dezentrales Geld.“

Eveline Oppel
Regionalverantwortliche Vorderland

Der Verein ist im ganzen Land aktiv und ist zwar nach Regionen aufgeteilt, eingekauft werden kann aber bei allen Mitgliedern. Man versteht sich damit als Alternative zum bestehenden Geldsystem, welches laut dem Verein fast ausschließlich der Spekulation und nicht mehr der Realwirtschaft diene. Zum Ziel gemacht hat man sich, die Wertschöpfung in der Region zu halten und damit diese menschlicher, umweltfreundlicher und fairer zu gestalten. Eine zehnprozentige Gebühr auf die Einnahmen ersetzt den Mitgliedsbeitrag und finanziert den Verein.

Markt im Vereinshaus

Bei einem Markt zum Feierabend trafen sich zahlreiche Mitglieder im Rankweiler Vereinshaus und boten entsprechend ihre Waren, sprich Talente, an. Eingekauft wurde nicht nur untereinander, der Markt war offen für jeden. Zuerst mussten die Besucher aber ihre Euro gegen Talente eintauschen. Kurs: 10 Euro entsprechen 100 Talenten. So wechselten selbstgemachte Marmeladen, Gewürze, Hochprozentiges, aber auch gebrauchte, jedoch brauchbare Gegenstände ihren Besitzer. Den Abend ließ man dann bei Kaffee und Kuchen oder einem kühlen Getränk ausklingen. Auch am Buffet waren die Preise nicht in Euro, sondern selbstverständlich in Talenten zu bezahlen. Am 24. November findet der große landesweite Talente-Markt in Hohenems statt. CEG