Zürs bewirbt sich um den Ski-Weltcup

Sport / 29.10.2019 • 19:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit Parallelrennen möchte der Internationale Skiverband ein spannendes Format im Weltcup forcieren. apa
Mit Parallelrennen möchte der Internationale Skiverband ein spannendes Format im Weltcup forcieren. apa

Die Flexen-Arena soll Schauplatz eines Parallelbewerbs werden, drei Konkurrenzorte warten.

Zürs In Vorarlberg könnte nach gut 25 Jahren der alpine Skiweltcup ein Comeback feiern. Der SC Arlberg mit der Sektion Lech und der Ortsstelle Zürs bewirbt sich für ein Parallelrennen in Zürs. Die Veranstaltung soll bereits in der kommenden Saison im Weltcupkalender Aufnahme finden. „Wir haben im Juli die Eingabe gemacht, der Antrag liegt beim Internationalen Skiverband“, bestätigt Walter Hlebayna, der Präsident des Vorarlberger Skiverbandes, die getätigten Vorarbeiten beim FIS-Kongress in Dubrovnik.

Perfekter Schauplatz

Gefahren wird der Weltcupbewerb auf der Seite der Trittkopfbahn in der Flexen-Arena. „Der Hang bietet sich wunderbar an, kann homologiert werden“, sagt Hlebaya. Er muss es wissen: Der Vorarlberger Skiverband führt seit Jahren Landescuprennen auf dieser Strecke durch, Hlebayna ist auch Vorsitzender der ÖSV-Homologierungskommision mit Sitz im Internationalen Skiverband. Auf einer Strecke von knapp 400 Metern sind sowohl ein Parallelslalom mit bis zu 26 Richtungstoren, als auch ein Parallel-Riesentorlauf mit 18 bis 20 Toren möglich.
Im Organisationskomitee arbeiten am Projekt federführend Philipp Zangerl, Obmann des Skivereins in Zürs, Lech-Obmann Patrick Ortlieb und SC-Arlberg-Vizepräsident Stefan Jochum. „Die FIS hat Veränderungen im Weltcupkalender angedacht, sucht neue Rennen und Strecken. Wir haben gedacht, das ist etwas für uns“, erzählt Jochum. „So ein Parallelevent ist kein ewig langes Rennen, braucht nicht viele Kilometer. Da kommt der Schnee drauf und man kann fahren. Eine Schneedecke von 20 Zentimetern reicht für ein Parallelrennen, die Beschneiung ist in 48 Stunden erledigt.“
Vom ÖSV gab es trotz Konkurrenz bereits den Zuschlag, FIS-Renndirektor Markus Waldner hat sich erst kürzlich ein Bild vom Gelände in Zürs gemacht. Jochum: „Der Hang liegt direkt neben der Straße, bietet einen großzügigen Zielraum, genügend Parkplätze und auch Räume für das Skiservice. Eine Alphütte muss versetzt werden, leichte Geländekorrekturen werden nötig sein, daneben schafft unser Partner Ski Zürs AG weitere Auslässe für die Beschneiung.“ Geplant ist auch die Installierung eines Fluchtlichts, das Rennen würde am späten Nachmittag oder frühen Abend über die Bühne gehen. So wie in Sölden sollen zwischen 5000 und 8000 Besucher in der Flexen-Arena Platz finden.
Mit Levi, Oslo und Livigno hat Zürs drei namhafte Skidestinationen als Konkurrenten. Nachteil für Levi und Oslo: In der norwegischen Hauptstadt plant man, in einer Halle zu fahren, in Levi müsste der Skizirkus für fast drei Wochen seine Zelte aufschlagen. „Wir glauben, dass wir mit der Traditionsmarke Arlberg ein sehr gutes Argument für den Zuschlag haben“, gibt sich Jochum optimistisch. Auch organisatorisch sieht er sich auf der sicheren Seite: „Wir haben zwar schon lange kein Weltcupevent mehr veranstaltet. Aber als ghörige Vorarlberger schauen wird auf eine korrekte Abwicklung und gehen nicht blauäugig ins Unternehmen hinein.“

Pflichtenheft ist in Arbeit

Bevor das FIS-Council Ende November in Oberhofen über die Vergabe entscheidet, gilt es einen 200-seitigen Bewerbungskatalog abzuarbeiten. Wir sind momentan intensiv an diesem Pflichtenheft dran“, so Jochum. „Es muss auch die Kooperationsvereinbarung zwischen Austria Ski und dem lokalen Veranstalter auf Schiene gebracht werden.“ Letzter Vorarlberger Schauplatz einer alpinen Weltcupveranstaltung war Lech in der Saison 1994/95.