Eishockey: Dornbirns Neuer sah alte Probleme

Sport / 02.11.2019 • 07:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Die Premiere von DEC-Coach Kai Suikkanen brachte eine klare 1:5-Niederlage gegen den KAC.

Eishockey KAC – Dornbirn 5:1 Jordan Subban (l.) versucht Manuel Ganahl zu stoppen, der drei Treffer erzielte. Kurios: Alle KAC-Torschützen trugen bereits den Bulldogs-Dress.KAC/Kuess

Klagenfurt 48 Stunden vor dem Spiel gegen die Rotjacken kam der neue Bulldogs-Trainer in Dornbirn an. Am Donnerstag ging sich noch ein erstes Training von Kai Suikkanen mit seiner neuen Mannschaft aus. Nach der deutlichen 1:5-Niederlage gegen Klagenfurt hatte der 60-jährige Finne bereits ein klareres Bild. „Wir sind derzeit nicht gut genug, um gegen solche Teams wie den KAC mitzuhalten. Man darf sich keine Wunder erwarten. Eine Verbesserung im Eishockey funktioniert nur über harte Arbeit“, fiel das erste Resümee des neuen Bulldogs-Coaches aus. Wo er den größten Handlungsbedarf sah, war dann wenig überraschend. „Wir bekommen viel zu viele Tore. Zuerst müssen wir unsere Verteidigung stabilisieren. Dann müssen wir schauen, dass unsere Stürmer öfter treffen.“

Den aktuellen Kader besser machen

Er möchte dies mit dem bestehenden Team bewerkstelligen. „Man wünscht sich immer Verstärkungen, aber ich möchte zuerst versuchen, den aktuellen Kader besser zu machen.“ Bevor es für Suikkanen und sein Team in eine zehntägige Ligapause geht, wartet morgen (17.30 Uhr) auf die Messestädter noch das Heimspiel gegen die Grazer 99ers.
12 Punkte Rückstand auf den Vorletzten und das erste Spiel gegen den KAC. Suikkanen hatte bei seiner Dornbirn-Premiere wohl eine Art Déjà-vu. Genauso verhielt es sich nämlich bei seinem Start vor zwei Jahren in Bozen. Nur das Endergebnis war nicht so deutlich. Die Südtiroler verloren damals nur mit 0:2.
Dornbirn lieferte zumindest im Startdrittel gegen die Kärntner eine passable Leistung ab. Kevin Macierzynski und Kollegen brachten KAC-Torhüter David Madlener zwar nicht wirklich in Bedrängnis, dafür überzeugten die Bulldogs in der Defensive. Eine vierminütige Unterzahlsituation zwischen der vierten und achten Minute verteidigten die Bulldogs geschickt. Die Gäste ließen in weiterer Folge auch nur wenige gefährliche Angriffsversuche des Meisters zu.

Ganahl im Alleingang

Dies änderte sich mit dem ersten Gegentreffer. In der 22. Minute traf Philipp Kreuzer nach einem schönen Konter zum 1:0 für die Hausherren. In der 30. Minute legte Andrew Kozek nach. Wobei dies auf höchst kuriose Weise geschah. Bei Kapitän Olivier Magnan brach im eigenen Drittel zuerst der Stock, dann wollte er den Puck mit den Händen stoppen. Dies misslang und Kozek verwertete eiskalt zum 2:0. Danach folgte der Auftritt von Manuel Ganahl. Der Montafoner erledigte die Bulldogs mit seinem ersten Liga-Hattrick (40./49./57.) praktisch im Alleingang. Simeon Schwinger verhinderte fünf Minuten vor dem Spielende mit seinem ersten Saisontreffer (55.) das Shutout von KAC-Goalie Madlener. abr

Kai Suikkanen soll Dornbirn aufrichten

Klagenfurt „Ich bin kein Zauberer“, mit diesen Worten stellte sich Kai Suikkanen Ende November 2017 in Bozen vor. Trotzdem gelang dem 60-jährigen Finnen ein kleines Wunder. Er übernahm die letztplatzierten Südtiroler und führte das Team in der Saison 2017/18 zum Meistertitel. Am Mittwochmorgen läutete bei Suikkanen das Telefon, am anderen Ende meinte DEC-Manager Alexander Kutzer: „Willkommen bei den Bulldogs.“ Damit holte der DEC für den glücklosen Jussi Tupamäki einen Nachfolger, der über einen außerordentlichen Lebenslauf verfügt. Neben dem EBEL-Titel gewann Suikkanen mit Turku die die finnische Meisterschaft (2010) und wurde mit den Pelicans Vizemeister (2012). Zudem coachte er auch das KHL-Team von Jaroslawl (2010/11). Genau die Erfahrung, die die abgeschlagenen Bulldogs benötigen. „Es ist wie ein Neustart“, meinte Kutzer zum Trainerwechsel. Damit meinte er wohl nicht nur die personelle Änderung. Suikkanen ist ein Anhänger der defensiven Spielweise. Zudem hält der Neue hinter der Bulldogs-Bande mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. „Ich spreche die Dinge direkt an.“ Damit soll Suikkanen genau dort ansetzen, wo sein finnischer Vorgänger gescheitert war. Auf die Frage, ob er sich bereits ein Bild von der Mannschaft machte konnte, meinte er vor dem Match gegen Klagenfurt: „Ich kenne noch nicht einmal alle Namen der Spieler. Geben Sie mir noch etwas Zeit.“ abr

Kai Suikkanen löste beim Dornbirner EC Jussu Tupamäki auf der Trainerbank ab. GEPA
Kai Suikkanen löste beim Dornbirner EC Jussu Tupamäki auf der Trainerbank ab. GEPA