Altach will die Bestätigung

Sport / 09.11.2019 • 13:45 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Einer, der zu kämpfen versteht, ist Altachs Mittelfeldmann Lars Nussbaumer (rechts im Duell mit Kelvin Yeboah aus dem Spiel bei der WSG Tirol). GEPA

Dem Befreiungsschlag soll heute (17 Uhr) gegen Rapid der nächste Akt folgen.

Altach „Nachlegen“, sagt Christian Gebauer und legt vor dem Rapid-Heimspiel zumindest schon mal verbal nach. „Ja, die Erleichterung nach dem Sieg in Innsbruck ist spürbar. Ja, es herrscht eine bessere Stimmung. Ja, wir haben eine schlechte Phase hinter uns. Ja, wir wollen auf dem Sieg aufbauen.“ Jedenfalls werde man sich nicht verstecken, das verspricht der 27-Jährige – und legt noch einmal nach: „Das Wetter ist genau meins“, lässt ihn die nasskalte Witterung im wahrsten Sinne des Wortes kalt.

Ein geerdeter Spieler

Einer, auf den sich der Trainer auf jeden Fall verlassen kann, ist zugleich auch sein Jüngster. Mit 18 Jahren ist Lars Nussbaumer zwar altersmäßig das Küken im SCRA-Team, doch in puncto Einstellung zum Job schon ganz weit. „Ich weiß, wer ich bin. Ich kann mich gut einschätzen. Als defensiver Mittelfeldspieler ist vor allem Arbeit gefragt.“ Diese erledigte der Langenegger zuletzt bravourös. An der Seite von Samuel Oum Gouet war er gegen die WSG Tirol einer der Auffälligsten im Team der Rheindörfler. Mit seiner positiven Art sorgt er gerade in einer sportlich nicht so rosigen Zeit für gute Laune. „Mir persönlich geht es gut“, spricht er denn auch frei von der Leber weg. Mit Druck, so Nussbaumer, könne er gut leben. „Das motiviert mich.“ Angst vor der sportlichen Situation verspüre er nicht, vielmehr Freude über das Vertrauen des Trainers.

Eine klare Zielsetzung

Der Bregenzerwälder weiß genau, dass er seine Chance auch dem Ausfall wichtiger Spieler zu verdanken hat. Deshalb scheut er sich aber nicht davor, selbst Verantwortung zu übernehmen. An der Seite von Oum Gouet sei dies auch ganz einfach. „An ihm kann ich mich orientieren. Er spielt einfach, nicht kompliziert und er spricht gut Deutsch.“ Physisch und mental jedenfalls fühlt sich Nussbaumer, der im Sommer mit der Matura die Schule abgeschlossen hat, top. „Dadurch, dass ich diese Saison schon dreimal von Beginn an ran durfte, ist das Selbstvertrauen natürlich da.“ Dabei sei sein Ziel für diese Saison gewesen, näher an die Mannschaft heranzurücken, so viele Einsatzminuten wie möglich zu sammeln. Bei bislang sechs Ligaeinsätzen hat er in dieser Saison schon 366 Minuten auf dem Konto, und heute, gegen den Rekordmeister, werden einige mehr hinzukommen. Sein Debüt feierte er noch als 17-Jähriger in der Saison 2017/18 im letzten Saisonmatch unter Trainer Klaus Schmidt. Dass er zudem einer ist, der schnell lernt, lässt ihn immer mehr zu einer fixen Größe in der SCRA-Mannschaft werden. Körpersprache und Zweikampfverhalten seien für seine Art zu spielen sehr wichtig, ist er überzeugt. Das habe er sich u. a. auch von den Akteuren von Meister RB Salzburg abgeschaut. Deshalb formuliert er das Ziel für heute auch ganz klar: „Natürlich wollen wir ungeschlagen bleiben. Wichtig ist, dass wir auch so auftreten. Egal wie dann das Spiel endet.“

„Ich durfte schon dreimal von Beginn an ran. Da ist das Selbstvertrauen natürlich da.“

Lars Nussbaumer, Spieler Cashpoint SCR Altach


Für SCRA-Sportchef Christian Möckel ist Lars Nussbaumer einer, der auch ins Nationalteam gehört. Jedenfalls kann er absolut nicht verstehen, dass er für die anstehende EM-Quali nur auf Abruf steht. Der Spieler selbst kann damit umgehen, auch wenn er ebenfalls etwas verwundert ist – aber: „Das Nationalteam ist ein paar Mal im Jahr, Altach ist jeden Tag.“

Fünf Spiele für den Olympiatraum

Mit Kamerun zu den Olympischen Sommerspielen 2020 nach Tokio. Diesen Traum hat Altachs Samuel Oum Gouet. Jetzt ist der 21-Jährige als Kapitän des U23-Nationalteams nur noch fünf Spiele davon entfernt. In Ägypten will sich der defensive Mittelfeldmann den Traum erfüllen. Bitter für den Cashpoint SCR Altach, der den wichtigen Spieler für gut drei Wochen nicht zur Verfügung hat. Die U-23-Teams von Ghana, Mali und Ägypten sind die Gegner in der Gruppe A. Die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich schließlich für die Halbfinals am 19. November. Das Endspiel wird am 22. November ausgetragen.

Neuer Premiumpartner

Noch vor dem Spiel gegen Rapid hat der Cashpoint SCR Altach einen neuen Premiumpartner gewinnen können. Es handelt sich um das Götzner Bauunternehmen Wilhelm+Mayer, das schon seit Jahren den Klub unterstützt und maßgeblich an der Erbauung der Süd- bzw. Nordtribüne beteiligt war. Die Partnerschaft ist vorerst bis Saisonende 2021/22 fixiert worden.