Großer Ärger mit der Post

Politik / 11.11.2019 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Zustelldienste der Post AG werden im Raum Bludenz von Kommunalpolitikern und privaten Kunden bemängelt. APA

Im Raum Bludenz häufen sich offenbar neuerlich Zustellprobleme. Die Post beschwichtigt.

Bludenz, Bürs Über Wochen verschollene Briefe, an den Absender zurückgesandte Sendungen, deren Adresse nachweislich richtig war: immer mehr Verbraucher machen ihrem Ärger über Zustellungsprobleme der Post Luft. In Bludenz und im benachbarten Bürs häufen sich auch in den Rathäusern die Klagen. So sollen Wahlkarten bei den Urnengängen zum Nationalrat und Landtag von der Post AG zum Teil gar nicht oder zu spät zugestellt worden sein. Private Postkunden erzählen von in Bludenz frankierten und an einen Schrunser Bürger adressierten Briefen, die manchmal bis zu sechs Tage lang unterwegs gewesen sein sollen. Doch damit nicht genug.

„Zumutung, was sich die Post leistet“

Max Riffler, Versicherungsmakler in Bludenz, berichtet von einer Ladung des Landesgerichts Feldkirch als Laienrichter, die ihm erst eine Woche nach der Verhandlung zugestellt wurde. Ähnliches habe er mit einer Zeugeneinladung vor ein Gericht in Wien erlebt, ärgert sich der Makler. Darüber hinaus habe er im Oktober dieses Jahres Fristen zur Beeinspruchung von Steuerbescheiden des Finanzamtes versäumt, weil ihm ein Schreiben des Finanzamtes erst nach einer Beförderungsdauer von 30 Tagen zugestellt worden sei. Nach mündlich vorgebrachen Beschwerden im Postamt Bludenz habe er sich an die „Service Hotline“ der Post AG in Wien gewandt. Auch dort konnte ihm offenbar nicht geholfen werden. Riffler: „Ich hatte das Gefühl, mit einer Beschwichtigungs- oder Abwimmelabteilung verbunden zu sein.“ Aus seiner Sicht ist es eine Zumutung, was sich die Post im Hinblick auf die Zustellung leistet, sagt Riffler.

Stadtzeitung in Bürs zugestellt

Auch Stadtchef Mandi Katzenmayer beklagt sich über die Post AG, die der Stadt für ihre Dienste jährlich rund 50.000 Euro in Rechnung stellt. Er spricht von Pannen und hat deshalb bereits Post-Gebietsleiterin Ariane Ruprecht zu sich zitiert. „Ich habe Informationen von überquellenden Briefkästen, die Stadtzeitung ,Bludenz aktuell‘ wurde zum Teil in Bürs statt in Bludenz verteilt, städtische Schreiben an Haushalte kommen hundertfach zurück und werden in der Folge zu 95 Prozent von hauseigenen Boten bei den angeführten Adressen zugestellt.“

Wahlkarten zu spät zugestellt

Auch von 59 Wahlkarten, die auf dem Postweg viel zu spät im Rathaus eingelangt und nicht mehr mitgezählt werden durften, weiß der Bürgermeister. „Diese Personen haben somit nicht gewählt.“ Georg Bucher, Gemeindechef im benachbarten Bürs, stößt in ein ähnliches Horn: Auch dort trafen Wahlkarten erst nach dem Wahlsonntag ein und waren deshalb ungültig. In der Postzentrale kann man den Ärger nur zum Teil nachvollziehen. „Wir hatten durch eine stark überhöhte Anzahl an Krankenständen im Oktober vermehrt Beschwerden. Seit letzter Woche haben wir wieder den gewohnten Stand an Mitarbeitern und die Beschwerden sind deutlich gesunken. Es kann keinesfalls von einem generellen Personalproblem die Rede sein“, sagt Michael Homola, Sprecher der Post AG. Zur Panne bei der Stadtzeitung sagt Homola: „Für den Fehler können wir uns nur entschuldigen.“ Er bezeichnet Riffler als nicht alltäglichen Fall: Es gebe mehrere Nachsendeaufträge für mehrere Firmennamen und eine weitere Nachsendung in ein Postfach.

„Briefe der Stadt werden nicht zugestellt und unsere Stadtzeitung wurde in Bürs verteilt.“

Mandi Katzenmayer, Stadtchef Bludenz