Literarischer Verein in Fraxern gegründet

Vorarlberg / 11.11.2019 • 21:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vereinsvorstand: BM Steve Mayr, Obmann Albert Summer, Renate Blum, Erich Summer, Friederike Pöhlmann-Grießinger, Gerda Poppa und Roland Eugen Beiküfner (v.l.)egle
Vereinsvorstand: BM Steve Mayr, Obmann Albert Summer, Renate Blum, Erich Summer, Friederike Pöhlmann-Grießinger, Gerda Poppa und Roland Eugen Beiküfner (v.l.)egle

Forum Eschelbach will das Werk des Schriftstellers pflegen.

fraxern Die Gründung eines neuen Vereins ist wahrlich nichts Alltägliches für das Kirschendorf Fraxern. Wenn die Gründungsmitglieder dann nicht nur aus der Gemeinde selbst, sondern etwa aus Nürnberg oder Zürich kommen, muss sich etwas Spezielles dahinter verbergen. Das neue „Forum Eschelbach“ hat als vorrangiges Ziel des Vereins ausgegeben, das Lebenswerk des Bonner Schriftstellers Hans Eschelbach (1868 – 1948) aufzuarbeiten, zu pflegen und die Neuauflage seiner insgesamt rund 50 Bücher voranzutreiben.

Der Schriftsteller, der in seinen Worten an Gerhard Hauptmann oder Fjodor Dostojewski erinnert, musste nach einem Bombentreffer seine Bonner Heimat verlassen und übersiedelte auf Einladung seines Bekannten und Lehrers Josef Bitsche nach Fraxern in ein Notquartier. Dort unterhielt er zusammen mit seiner Frau weiterhin den „Veritas-Verlag“ und verfasste mit weit über siebzig Jahren sein wohl bedeutendstes Werk, in dem es um den italienischen Künstler Michelangelo Buonarroti geht. Eschelbach stand seitens des NS-Regimes auf der Liste unerwünschter Autoren, skurrilerweise orderten aber die oberste Heeresleitung und das Rote Kreuz gleichzeitig eine dreiviertel Million seiner Bücher. Die letzte Ruhestätte des auch als „Dichter der Armen“ bezeichneten Eschelbach befindet sich in Götzis. Der Verein rund um Obmann Albert Summer plant die Ausschilderung eines Eschelbachpfades zwischen den beiden Gemeinden, der so dauerhaft an den Dichter erinnern soll.

Als besonderen Höhepunkt zur Vereinsgründung gastierte im Fraxner Jakob-Summer Saal Schauspieler Kurt Sternik, der aus dem Werk Eschelbachs las. Die Veranstaltung, die Teil der Carl-Lampert Woche war, wurde musikalisch am Akkordeon von Maria Dobler begleitet. Literaturinteressierte Menschen, die dem Verein beitreten möchten, können sich bei der Gemeinde Fraxern melden, die den Verein administrativ unterstützt. CEG