Engagement für angehende Mediziner

VN / 12.11.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Silvia Auer wünscht sich, dass viele junge Kollegen den TÄK zur Information nützen. KHBG/NUSSBAUMER

Silvia Auer ist Mitorganisatorin des 5. Turnusärztekongresses in Feldkirch.

feldkirch Ärztekammervertreter dürften das gerne hören: Silvia Auer (35) befindet sich in Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin. So weit, so gut. Noch besser aber ist, dass die gebürtige Steirerin nicht nur die Vorzüge einer guten Ausbildung in Vorarlberg in Anspruch nehmen, sondern sich danach auch hier niederlassen möchte. Die Allgemeinmedizin hat es der jungen Frau angetan. Den ganzen Patienten im Blick zu haben, ihm medizinisch von der Wiege bis zur Bahre zur Seite stehen zu können, macht für Auer den Reiz dieser Fachrichtung aus. Kein Wunder also, dass sie sich im Rahmen der Organisation für den 5. Turnusärztekongress (TÄK) unter anderem diesem, ihrem Herzensthema verschrieben hat. Der von ihr initiierte Workshop firmiert unter dem Titel Allgemeinmedizin hautnah. „Wir werden mit einem Bus durch Vorarlberg fahren und zwei allgemeinmedizinische Praxen besichtigen: eine junge Stadtpraxis und eine eingesessene Landarztpraxis, welche seit Kurzem als erweiterte Ordination mit Jobsharing geführt wird“, erzählt sie.

Entspannte Atmosphäre

Zwei unterschiedliche Orte, zwei unterschiedliche Anforderungen, aber: Die Allgemeinmediziner nehmen sich Zeit für die jungen Kollegen, um offen über alle Themen zu sprechen, die ihnen am Herzen liegen. Das ist Silvia Auer besonders wichtig. Im klinischen Alltag sei dafür oft kein Platz. Außerdem würden sich junge Ärzte häufig scheuen, Fragen zu stellen. Die lockere und entspannte Atmosphäre, die der Turnusärztekongress bietet, soll dem abhelfen. „Wir möchten junge Kollegen einfach dort abholen, wo sie stehen“, fasst Auer zusammen. Insgesamt werden rund 100 angehende Medizinerinnen und Mediziner aus ganz Österreich sowie den angrenzenden Nachbarländern zu dem vom 14. bis 16. November 2019 im Landeskrankenhaus Feldkirch stattfindenden Turnusärztekongress erwartet.

Silvia Auer nutzte dieses Angebot ebenfalls, als sie nach Vorarlberg kam. Das war vor drei Jahren. Zudem wollte sie sich hier um einen Platz umsehen, weil sie viel Gutes über die Qualität der Medizinerausbildung im Westen gehört hatte. „Das ist ja nicht überall selbstverständlich“, merkt sie an. Auch die Wertschätzung, die Beschäftigten in den Krankenhäusern entgegengebracht wird, sowie die Arbeitsbedingungen als solche bekam sie von anderen in den höchsten Tönen gelobt. Nicht zu vergessen die Lebensqualität, die der Steirerin aus Mürzzuschlag ebenfalls gefiel. Sie beschloss, die große Bundeshauptstadt, in der sie zehn Jahre verbrachte, gegen eine kleine Alpenstadt einzutauschen. Seitdem ist Bludenz die neue Heimat von Silvia Auer.

Überblick bewahren

Am dortigen Landeskrankenhaus absolviert sie derzeit die Ausbildung, wobei Turnusärzte durch alle Fächer und Spitäler rotieren. „Es gibt zahlreiche verschiedene Fachrichtungen, und viele medizinische Gebiete sind interessant“, räumt die begeisterte Kletterin und Boulderin ein. Doch das Spezialistentum ist ihre Sache nicht. Sie will sich den großen Überblick bewahren, und das sei nur mit der Allgemeinmedizin möglich, meint sie. Wie facettenreich dieses Fach ist, möchte sie mit dem TÄK-Workshop auch anderen angehenden Ärzten vermitteln. In das Organisationskomitee für den Turnusärztekongress hat sich Silvia Auer vor zwei Jahren eingeklinkt. Seitdem engagiert sie sich mit Begeisterung in der Ausrichtung dieses einzigartigen Fortbildungsformats. Dass er am Anfang des Berufslebens steht, macht den TÄK so besonders. Gelernt wird in Kleingruppen mit und von Experten. Wen’s interessiert: Ein paar Plätze sind noch frei.

Das Organisationsteam des aktuellen Turnusärztekongresses, der am Donnerstag beginnt.
Das Organisationsteam des aktuellen Turnusärztekongresses, der am Donnerstag beginnt.