Nürnberger Christkind: „Ich fühle mich sehr gut gerade“

Welt / 12.11.2019 • 19:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nürnberg Vom Wirbel der vergangenen Wochen war beim ersten Auftritt des Nürnberger Christkinds nichts zu bemerken. Nachdem die 17-jährige Schülerin Benigna Munsi vor gut zwei Wochen zum neuen Christkind gewählt wurde, gab es einen Eklat durch ein rassistisches Posting eines AfD-Kreisverbandes. Denn der Vater der Schülerin stammt ursprünglich aus Indien, besitzt aber bereits seit Jahren einen deutschen Pass. Beim ersten offiziellen Termin als Christkind wurde das Mädchen im Staatstheater von Blitzlichtgewitter begleitet. „Ich fühle mich sehr gut gerade“, lächelte Munsi. In einem engelsgleichen Kostüm – mit Sternen verziertes Kleid, goldene Flügel, blonde Lockenperücke und Krone, posierte sie für die Fotografen. Mit Blick auf die rund 160 anstehenden Termine in ihrer Rolle meinte Munsi: „Ich freue mich sehr darauf, was jetzt noch ansteht.“ Der Höhepunkt ist die Eröffnung des weltberühmten Nürnberger Christkindlmarktes am 29. November, die sie von der Empore der Frauenkirche vornehmen wird. Dabei muss sie auch ein langes Gedicht vor Tausenden Zuschauern vortragen, Munsi erhält Schauspielunterricht.

Angesichts des Medienrummels machte Susanne Randel, die Nürnberger Christkind-Betreuerin, klar, dass man sich zur AfD nicht äußern werde. Das Thema wolle man beiseite lassen. Munsi macht aber klar: „Also das Christkind, das Nürnberger Christkind, ist das hier“ und breitete dabei selbstbewusst ihre goldenen Flügel aus.