Auftakt zum 36. Vorarlberger Wirtschaftsforum in Bregenz

Markt / 13.11.2019 • 09:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Über 600 Teilnehmer treffen sich bei der bedeutendsten Wirtschaftstagung am Bodensee. VN/Lerch
Über 600 Teilnehmer treffen sich bei der bedeutendsten Wirtschaftstagung am Bodensee. VN/Lerch

Spannende Vorträge, Gedanken und Meinungsaustausch: Mehr als 600 Teilnehmer beim 36. Wirtschaftsforum.

Bregenz In diesen Minuten beginnt das Vorarlberger Wirtschaftsforum. Auf Initiative der Vorarlberger Nachrichten, der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Industriellenvereinigung Vorarlberg treffen sich über 600 Teilnehmer bei der bedeutendsten Wirtschaftstagung am Bodensee. Unter dem Motto „Risiko – Chancen und Herausforderungen in Zeiten der Disruption“ erwarten die Gäste des Wirtschaftsforum sechs spannende Vorträge. Neben Sabine Herlitschka als Vorstandschefin von Infineon stehen Hans Joachim Reinke (Union Investment), der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer, Ex-Skistar Didier Cuche und Magenta-Chef Andreas Bierwirth auf der Bühne des Festspielhauses.

Die ersten Teilnehmer des 36. Vorarlberger Wirtschaftsforums beim Get-together: Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (re.) und der Direktor des Vorarlberger Wirtschaftsbundes, Jürgen Kessler. VN/Steurer
Die ersten Teilnehmer des 36. Vorarlberger Wirtschaftsforums beim Get-together: Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (re.) und der Direktor des Vorarlberger Wirtschaftsbundes, Jürgen Kessler. VN/Steurer

Die hochkarätige Wirtschaftsveranstaltung gilt darüber hinaus als Plattform für den persönlichen Gedanken- und Meinungsaustausch unter den Teilnehmern. Der Auftakt dazu ist mit dem Get-together bereits erfolgt. Die wichtigsten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind im Foyer des Bregenzer Festspielhauses zusammengekommen.

Die ersten Gäste in Bregenz: u.a. Cornelia Lins und Gerhard Hamel (Volksbank).
Die ersten Gäste in Bregenz: u.a. Cornelia Lins und Gerhard Hamel (Volksbank).
Georg Burtscher (Russmedia), Gerald Fleisch (Landeskrankenhäuser), Günther Rupp (Bank Austria) und Andreas Neuhauser (Vkw/Illwerke).
Georg Burtscher (Russmedia), Gerald Fleisch (Landeskrankenhäuser), Günther Rupp (Bank Austria) und Andreas Neuhauser (Vkw/Illwerke).
v.r.: Projektentwickler Egon Hajek, Bürgermeister Markus Linhart und Marketingexpertin Angelika Rimmele und Adi Konstatzky (Kapitän Hohentwiel).
v.r.: Projektentwickler Egon Hajek, Bürgermeister Markus Linhart und Marketingexpertin Angelika Rimmele und Adi Konstatzky (Kapitän Hohentwiel).
Messepark-Geschäftsführer Burkhard Dünser und Marketingleiterin Eva Voith.
Messepark-Geschäftsführer Burkhard Dünser und Marketingleiterin Eva Voith.

„Risiko: Triebfeder der Wirtschaft“. An Diskussionsthemen wird es den über 600 Teilnehmern nicht mangeln. Mit dem Motto der Veranstaltung sind spannende Inhalte garantiert. „Bei Risiken handelt es sich um Informationsunsicherheit über den Eintritt eines Sachverhalts und die dadurch induzierte Möglichkeit der Beeinträchtigung von Zielen. Risikovermeidung ist mit dem Verzicht auf ein Geschäft oder eine Transaktion gleichzusetzen“, definiert Wikipedia den Begriff. Verkürzt gesagt: Eine Entscheidung – falsch oder richtig –kann bedeutenden Einfluss auf die Zukunft eines Unternehmens haben. Beispiele wie das Unternehmen Eastman Kodak, das früher den Weltmarkt beherrschte und sich im entscheidenden Moment gegen den Einstieg in die Zukunftstechnologie „Digitale Fotografie“ entschied, oder die deutschen Unterhaltungselektronik-Konzerne, die einst marktbeherrschend waren, zeigen, wie schnell der Verzicht auf Risiko aufs Abstellgleis führen kann. Beispiele wie Jeff Bezos, der im Jahr 1994 Amazon gründete und alles auf eine Karte setzte, das Gegenteil.

VN/Steurer
VN/Steurer

Triebfeder der Wirtschaft

Nur einige Beispiele, wie Risiko sich auf Unternehmen  auswirkt. Sicher aber ist auch, dass Risiko eine Triebfeder in der Wirtschaft ist. Ohne Visionen, ohne persönlichen Einsatz und Überzeugung wären auch die meisten Unternehmen in Vorarlberg nicht gegründet worden, nicht gewachsen. Risiko müssen Unternehmen auch heute eingehen. Die Disruption verändert die Wirtschaftswelt in fast allen Branchen. Das bietet völlig neue Chancen, kann aber auch ins Abseits führen. Beim heurigen Wirtschaftsforum stehen Persönlichkeiten auf der Bühne, die Risiko eingegangen sind und immer wieder eingehen. Der deutsche Altvizekanzler Joschka Fischer etwa, der die Grünen aus der Protestecke führte und zeigte, dass sie auch regierungsfähig sind. Fischer hat immer wieder neu justiert: vom Straßenkämpfer in Frankfurt zum Staatsmann zum Berater von Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit. Ein Thema, das absolut aktuell ist, steht doch neben der digitalen Disruption inzwischen auch die ökologische Disruption auf der Agenda der Wirtschaft. Fischer steht beim Vorarlberger Wirtschaftsforum in guter Tradition: Vor ihm waren schon die deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder zu Gast, auch der legendäre Außenminister Hans-Dietrich Genscher berichtete über Entscheidungen, die Europa und die Welt veränderten.

Die weiteren Referenten:

Sabine Herlitschka: Die Vorstandsvorsitzende managt mit Infineon Technologies Austria einen der wichtigsten Innovationstreiber der österreichischen Wirtschaft. Seit 2012 verantwortete sie als Vorstand die Bereiche Technik und Innovation, seit 2014 steht sie dem Halbleiterhersteller vor. Zudem ist sie Mitglied im Rat für Forschung und Technologieentwicklung.
Hans Joachim Reinke: Vorstandsvorsitzender von Union Investment Gruppe. Bereits 2004 wurde er Mitglied des Vorstands. Die Fondsgesellschaft verwaltet rund 350 Milliarden Euro an Kundenkapital. Seine berufliche Laufbahn startete der Veranlagungsexperte 1987 bei der Volksbank und absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann.
Didier Cuche: Der Schweizer Skirennläufer wird auch Kaiser von Kitzbühel genannt. Fünf Mal war er auf der legendären „Streif“, seiner Lieblingsabfahrt, erfolgreich, so oft wie sonst kein Rennläufer. Risiko gehörte für den Walliser zum Berufsbild. Heute ist er sowohl als Markenbotschafter als auch als Coach und Berater im Nachwuchsbereich des Skisportes tätig.
Alexander Graf: Der E-Commerce-Experte weiß, wie sich Geschäfts- und Handelsmodellen durch intelligente Software, verknüpfte Märkte und neue, enorm schnell lernende Unternehmensformen verändern. In diesem Feld hat er u. a. die Otto Group, Gruner + Jahr und Markenhersteller wie Vitra beraten. Außerdem ist er Herausgeber des renommierten Blogs Kassenzone.
Andreas Perotti: Der Marketingdirektor des oberösterreichischen Luftfahrtkonzerns FACC AG koordiniert alle Kooperationen im Bereich „Urban Air Mobility“. Dazu zählen die autonom fliegenden Lufttaxis. Vor seinem Einstieg in die Aerospace-Industrie war er in leitenden Funktionen in der Telekommunikation, bei Agenturen und im öffentlichen Bereich tätig.

Modell eines autonom fliegenden Lufttaxis

Andreas Bierwirth: Der CEO von Magenta Telekom ist Mitglied des Aufsichtsrats der Schwestergesellschaft Telekom Deutschland und war von 2015 bis 2016 Aufsichtsratsvorsitzender von T-Mobile Poland. Zuvor war er unter anderem bei Eurowings und Austrian Airlines tätig. Bierwirth ist ausgebildeter Berufspilot und Non-Executive Board Member von EasyJet, London.