Direkte ­­Demo­kratie lebt

Leserbriefe / 13.11.2019 • 19:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Volkabstimmung in Ludesch zeigte wirklich Erfreuliches. Die Menschen denken und handeln mehrheitlich im Sinne von Nachhaltigkeit und Enkeltauglichkeit. Es geht dabei keinesfalls darum, einem Unternehmen zu schaden. Bei allem Für und Wider ist genug wirklich genug. Auch die sogenannten Volksvertreter, die das Wort Gemeinwohl ziemlich locker propagieren und in den Mund nehmen, sollten einmal in sich gehen und über Nachhaltigkeit, Enkeltauglichkeit usw. nachdenken. Oder befinden sie sich in einer ähnlichen Lage, wie das Kaninchen vor der Schlange? Eine echte Persönlichkeitswahl würde sie echt demokratisch legitimieren und sie unabhängiger von äußeren Einflüssen machen. Drei wichtige Schlüsse können aus dem Ergebnis gezogen werden. Erstens: Bürgerentscheide sind von Weitsicht, von Hausverstand und Vernunft getragen. Erhaltung des Lebensraumes, regionale Lebensmittelproduktion, Ernährungssicherheit, Qualität vor Quantität. Besonders die Achtsamkeit mit Bezug auf das regional vorhandene Wasser sind wesentliche Gesichtspunkte, die aufgeschlossene Menschen bewegen. Zweitens: Das Argument „Arbeitsplätze“ kann in Zeiten wie diesen nicht mehr überzeugen. Gerade reine Produktionsbetriebe werden die Produktion so weit als möglich automatisieren, sodass nur noch ein Handvoll Techniker in der Produktionshalle anwesend sein müssen. Drittens ist es besonders erfreulich, dass die Bevölkerung – ich betone die Bevölkerung – sich nicht kaufen lässt.

Robert J. Bösch, Lustenau