Erstaunliche grüne Wahrnehmungen

Leserbriefe / 13.11.2019 • 19:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Grünen, respektive ihr Wirtschaftssprecher in Vorarlberg, bewerten das Abstimmungsergebnis in Ludesch als ein „klares Bekenntnis für den Klima- und Umweltschutz“. Das zeigt einige erstaunliche Wahrnehmungen. Zunächst: Das Ergebnis bringt gleich null für Klima und Umwelt. Kein einziges Produkt weniger wird deswegen produziert. Erreicht wurde jedoch, dass es bei den 8000 Lkw-Fahrten, und damit bei einer nicht unwesentlichen Umweltbelastung bleibt. Diese wären ansonsten weggefallen. Auch was das betreffende Gebiet betrifft, eröffnen sich Fragen. Eine Fläche, auf der in vergangener Zeit Müll gelagert und in deren unmittelbarer Nachbarschaft ein Spanplattenwerk mit großen Belastungen für Wasser, Boden und Luft betrieben wurde, zählt plötzlich zur „Salatschüssel“ Vorarlbergs. Offen bleibt die Frage, warum dann seit vielen Jahren hier keine Lebensmittel mehr angebaut wurden. Vorläufig letzter Akt. Die Grünen wollen einen „Strategiedialog“ zwischen Umwelt und Wirtschaft, mit dem auch das Problem der Standortsuche für Rauch gelöst werden könne. Zu diesem hatte Rauch – etwas spät vielleicht, aber immerhin – eingeladen. Die Reaktion der Gegner der Betriebserweiterung darauf: Anschuldigungen, Beleidigungen und der Tipp, doch nach Ungarn auszuwandern. Das ist ein eigenartiger Dialog. Aber als „Strategie“ kann man es natürlich gelten lassen. Dann nämlich, wenn einem daran gelegen sein sollte, diese und andere Unternehmen tatsächlich in die Abwanderung zu treiben.

Hanno Schuster,

Höchst