Theatralische Annäherung

Leserservice / 13.11.2019 • 16:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Niklas Ritter lotet aus, was die Geschichte zwischen Fremdbestimmtheit und Privilegien, zwischen Pomp und Ödnis bei Hofe uns selbst heute noch Neues verraten kann.vlt/anja köhler
Niklas Ritter lotet aus, was die Geschichte zwischen Fremdbestimmtheit und Privilegien, zwischen Pomp und Ödnis bei Hofe uns selbst heute noch Neues verraten kann.vlt/anja köhler

Premiere des Stücks „Antoinette Capet – Die Österreicherin“ von Niklas
Ritter im Landestheater.

19.30 Uhr, vorarlberger landestheater, grosses haus, bregenz Sie wurde geliebt und gehasst. Sie wurde verheiratet ohne Liebe, wurde zur Monarchin ohne Machtwillen, über ein Volk, das sie nie wirklich verstand, wurde zur perfekten Projektionsfläche für romantische Sehnsüchte ebenso wie für alles, was man verabscheute. Wir wissen alles und nichts über Marie-Antoinette. Ihr Bild in der Öffentlichkeit prägten die sozialen Medien ihrer Zeit: die Kolportage, der Tratsch, die Gerüchte und Intrigen. Ihr ausgeprägter Hang, sich zu vergnügen, erregte Misstrauen – und so stilisierte man „Die Österreicherin“ in Frankreich nicht nur zur Mode-Ikone und zum Star, sondern auch zur naiven Verschwenderin und schließlich zur Symbolfigur für die Dekadenz des Ancien Régime: einem Fall fürs Schafott. Aber sie war auch: hingebungsvolle Mutter, Freundin und Förderin der Künste, zerbrechlich und unsicher.

Erzherzogin Maria Antonia Josepha Johanna von Österreich, Marie-Antoinette, die letzte Königin Frankreichs und am Ende nur noch die Witwe Capet – sie bleibt ein Rätsel, bis heute. Vielleicht muss man sich, vielleicht kann man sich ihr nur im Spiel weiter nähern, als es die Historiker vermögen.

Weitere Spieltermine bis 11. März 2020, Informationen und Karten unter www.landestheater.org