Aufsteigende Nässe verhindern

Immo / 14.11.2019 • 08:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Aufsteigender Feuchtigkeit wird ein Riegel vorgeschoben, das Mauerwerk kann austrocknen. Fotos: Veinal.at
Aufsteigender Feuchtigkeit wird ein Riegel vorgeschoben, das Mauerwerk kann austrocknen. Fotos: Veinal.at

Bauschäden durch aufsteigende Nässe können mit einem speziellen Verfahren
verhindert werden.

maßnahmen Wer Schuhe, Wintersportklamotten und mehr im Keller aufbewahrt, kennt das Problem – insbesondere in älteren Häusern: die Gegenstände müffeln wegen zu hoher Feuchtigkeit in Mauerwerk und Luft. Dabei ist weniger ein Wasserschaden als die Physik in Kombination mit altem Material schuld. Weil eine schützende Horizontalsperre fehlt oder im Laufe der Jahre schadhaft wurde, kommt Nässe langsam aber unaufhaltsam aus dem Boden ins Mauerwerk gekrochen. Feuchtigkeit kann auf diese Weise bis in den Wohnbereich vordringen, Handlungsbedarf ist daher gegeben.

Schimmel vorbeugen

Die Salze, die mit dem Wasser ins Mauerwerk transportiert werden, zerstören den Fugenmörtel und lassen den Innen- und Außenputz abplatzen. Langfristig kann sogar die Standfestigkeit eines Hauses beeinträchtigt werden, erklären Bautenschutzexperten. Zudem verringert sich mit zunehmender Feuchtigkeit der Wärmedämmeffekt. Wichtig ist eine zügige Sanierung v.a. auch, um die Bildung des gefürchteten Schimmels zu verhindern, der in feuchten Wänden einen idealen Nährboden findet.

Eine zeitsparende und kostengünstige Alternative zum Freilegen und Abdichten der Mauern sieht Schuster in einem speziellen Injektionsverfahren mit einem Silikonharzsystem. Über Bohrkanäle wird in die betroffenen Wände eine niederviskose, extrem kriechfähige Silikonharzlösung – je nach Beschaffenheit des Mauerwerks mit Druck oder drucklos – injiziert. Diese reagiert mit der aufsteigenden Feuchtigkeit zu polymerem Silikonharz. Innerhalb von 24 Stunden entsteht so eine nicht verrottende, porenauskleidende Schicht, die als Horizontalsperre fungiert. Aufsteigender Feuchtigkeit wird damit ein Riegel vorgeschoben, das Mauerwerk kann austrocknen. Die Reaktion erfolgt ohne bauschädliche Salzbildung und führt deshalb zu keiner zusätzlichen Belastung des Mauerwerks.

Nachrüsten

In ganz Europa wurden bereits mehrere Tausend Objekte – vom Einfamilienhaus bis zum historischen Schloss – mit einer nachträglichen Horizontalsperre versehen und vor gravierenden Schäden bewahrt. Die Wirksamkeit des Verfahrens wird durch mehrere Untersuchungsberichte, etwa vom Amt für Materialprüfung der Technischen Universität München und dem Institut für Bauforschung Aachen, bestätigt. Ohne jegliche Vorbehandlung des Mauerwerks konnte bei der drucklosen Injektion eine Reduktion der Feuchtigkeit von nahezu 100 Prozent (im Mittel 99 %) bei den Prüfkörpern nachgewiesen werden.