Donnerhall im Rappenloch

Vorarlberg / 14.11.2019 • 20:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Felsformation unterhalb der Rappenlochbrücke vor und nach der Sprengung.  STD
Felsformation unterhalb der Rappenlochbrücke vor und nach der Sprengung.  STD

Mit 1,8 Tonnen Sprengstoff wurde instabile Felsnase zum Absturz gebracht.

Dornbirn Donnerstagnachmittag knallte es im Rappenloch kräftig: Mittels Sprengung wurden rund 7000 Kubikmeter Gestein abgetragen. Die Aktion verlief wie geplant, Schäden an der benachbarten Rappenlochbrücke oder am neuen Schluchtensteg, der nach dem großen Felssturz 2011 neu angelegt werden musste, wurden keine festgestellt.

Planmäßig verlaufen

Die Sprengung erforderte umfangreiche Vorarbeiten. Insgesamt wurden rund 80 bis zu 40 Meter tiefe Bohrlöcher in die Felsnase gebohrt, die gestern Vormittag mit rund 1,8 Tonnen Sprengstoff befüllt wurden. Nach der Zündung um 15 Uhr donnerten die Gesteinsmassen in die Schlucht. Anschließend nahmen Experten die Umgebung genau unter die Lupe, vor allem die Pionierbrücke des Bundesheeres, die anstelle der vor gut acht Jahren abgestürzten Brücke über das Rappenloch gespannt wurde. Sie konnte bereits kurz nach der Sprengung wieder für den Verkehr freigegeben werden. Auch die wichtige Trinkwasserleitung aus dem Ebnitertal nach Dornbirn kam ungeschoren davon.

Die Sprengung der absturzgefährdeten Felsnase hoch über dem Grund der Schlucht unterhalb der Ebniterstraße ist der Auftakt für eine umfangreiche Sanierung des Gebietes rund um den Staufensee. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann: „Ich bin froh, dass wir mit diesem wichtigen Projekt endlich beginnen können, denn neben der Sicherheit in diesem geologisch sensiblen Bereich ist es auch wichtig, das Naherholungsgebiet rund um die Rappenlochschlucht für die nächste Generation zu erhalten.“

Bereits in den nächsten Tagen wird mit der Räumung der Gesteinsmassen aus der Schlucht begonnen. Das Material wird beim städtischen Steinbruch „Niedere“ deponiert und später unter anderem als Baumaterial für die Erhaltung der Ebniterstraße und der Forststraßen im Firstgebiet verwendet. Nach der Entfernung des Gesteins aus dem Bachbett kann die Ebniterache wieder ungehindert fließen. Dann besteht auch die Möglichkeit, den von der Verlandung bedrohten Staufensee zu spülen und damit zu erhalten. HA