Ein Rohdiamant greift an

Sport / 14.11.2019 • 23:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beim Ironman Wales überquerte Maximilian Hammerle als Zweiter die Ziellinie.

Triathlet Maximilian Hammerle (26) will nach Hawaii – und nicht nur dabei sein.

Schwarzach Die Wettkampfsaison ist beendet, und sie hat Spuren hinterlassen. Bei Maximilian Hammerle haben die ersten Ironman-Bewerbe die Lust auf weitere erhöht. Der 26-Jährige will nun alles seinem Traum von Hawaii unterordnen. Dafür hat der Lauteracher sich selbst einen Fünfjahresplan verordnet, vieles spricht aber dafür, dass die Erfüllung schon früher passiert. Dann jedenfalls will Hammerle gerüstet und nicht nur dabei sein.

Viele Wege bis zum Triathlon

Die Entwicklung des heimischen Sportlers ist ebenso kurios wie interessant. Hammerle kommt aus dem Leichtathletiklager. Schon als Achtjähriger hat er erstmals am Pfänderlauf teilgenommen und dabei wohl seine Liebe zum Berglauf, wenn damals auch nicht bewusst, entdeckt. Im Klub sollten dann Ballwurf, Weitsprung und Läufe über die Langdistanz hinzukommen. Allein, das Training sei ihm als Jugendlichem zu wenig gewesen. „Deshalb bin ich immer noch selbst laufen gegangen“, erzählt er im VN-Gespräch. Und auch davon, dass er, der immer in Bewegung sein muss, stets ein Suchender war. Deshalb habe ihn später, im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, das Programm der Trainer auch nicht wirklich weiterentwickelt. „Ihr Plan war durchaus gut, aber irgendwie nicht für mich.“ In seiner Schulzeit hat er ein Studium in Wr. Neustadt abgebrochen und dafür die Ausbildung als Physiotheraput in Friedrichshafen abgeschlossen. Sportlich brachte ihn die Begegnung mit Jung-Triathlet Leon Pauger weiter. Durch dessen Vater, einen Ex-Radrennfahrer, und dessen Motivation wagte er den Umstieg auf das Rad. Im Team Vorarlberg schaffte er gleich in der ersten Saison die interne Qualifikation für die Ö-Rundfahrt und holte sich zudem den Sieg beim Highlander. Im Vorjahr jedoch verlor er den Spaß, auch weil der Kopf sich eingeschaltet hatte. „Ich wollte nach oben, aber mir hat die Geduld gefehlt. Dann sind auch noch Stürze hinzugekommen. Deshalb habe ich mir gesagt: Willst du deine selbst gesteckten hohen Ziele erreichen, dann musst du jetzt handeln.“ Das war für Hammerle der Einstieg in den Triathlonsport.

„Nach 4:52 Stunden auf dem Rad habe ich mir gedacht: Wie soll ich einen Marathon laufen?“

Maximilian Hammerle, Triathlet

Aufholbedarf im Schwimmen

Doch nun galt es für den exzellenten Läufer und famosen Radfahrer die nächste Hürde zu nehmen: das Schwimmen. „Gar nicht so einfach“, erzählt er, auch weil in Vorarlberg die Trainingsmöglichkeiten dünn gesät sind. „Richtig zu schwimmen ist so schwierig, so technisch. Du musst so feinfühlig sein, das Wasser spüren. Am besten lernst du diese Dinge als Kind und nicht wie, ich mit 25 Jahren“, schmunzelt er. Eine Verbesserung erhofft er sich vom Training mit Jan Wolfgarten, Ex-Schwimmeuropameister über 1500 m und Gründer der Swimazing University in Frankfurt.

Sensationelle Ergebnisse

Welches Potenzial in ihm als Triathlet steckt, zeigte sich bereits bei seinen Starts in diesem Jahr. Beim Ironman Austria (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,2 km Laufen) platzierte er sich auf dem zehnten Gesamtrang. Seit dieser Saison mit einer Profilizenz ausgestattet, sorgte er im Herbst in Wales für eine Sensation. Nach 8:57:58 Stunden überquerte er hinter dem Franzosen Arnaud Guiloux als Zweiter die Ziellinie. Somit verpasste er nur knapp die Qualifikation für Hawaii. Ein einprägendes Erlebnis für den Lauteracher, der hofft, 2020 in den All-In-Kader des Olympiazentrums aufgenommen zu werden. Als Physiotherapeut will er kürzertreten und vielmehr seine sportlichen Ziele anvisieren. Getreu dem Motto: „Mit 90 Prozent kommst du nirgends hin, wenn du es wirklich willst, muss du 100 Prozent geben.“