Im Duell der Rekordmeister in die Schranken gewiesen

Sport / 17.11.2019 • 22:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Gegen die kompromisslos agierende Abwehr von Valur Reykjavik fanden Lukas Frühstück und Co. im zweiten Duell kein Rezept. VN/LERCH

Nach dem 31:31 am Vortag wird Bregenz Handball im zweiten Heimspiel von Valur Reykjavik 21:31 abgefertigt.

Bregenz Das Duell der Rekordmeister von Österreich und Island um den Einzug ins Achtelfinale des EHF-Challenge-Cups verlief nur zu 50 Prozent nach dem Geschmack von Bregenz Handball. Nach dem 31:31 im eigentlichen Auswärtsspiel wies Valur Rejykavik im zweiten Duell die Equipe aus der Landeshauptstadt ganz klar in die Schranken. Der 21-fache isländische Titelträger setzte sich mit 31:21 (17:10) durch und zog mit einem Gesamtskore von 62:52-Toren in die Runde der letzten 16 Teams ein. Cheftrainer Markus Burger war die Enttäuschung nach der dritten Niederlage mit zehn oder mehr Toren nach dem 105. Auftritt der Bregenzer sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben: „Wir haben exakt das gemacht, was wir nicht tun wollten. Im Gegensatz dazu hat Valur genau das gemacht, was wir uns eigentlich vorgenommen haben. Nach dem holprigen Auftritt im ersten Duell habe ich die Jungs dazu animiert, im zweiten Spiel von der ersten Sekunde an mit derselben Intensität und Aggressivität zu Werke zu gehen, wie es Valur gemacht hat. Doch am Ende konnten wir unseren Spielplan nicht auch nur ansatzweise durchziehen. Die schnörkellos agierenden Isländer haben uns ganz klar in die Schranken gewiesen. Der Gesamtsieg war absolut verdient, auch weil Valur den Aufstieg mehr wollte als wir.“

Von Beginn an im Hintertreffen

Im Gegensatz zur ersten Partie, als Bregenz nach der 16:14-Pausenführung nach Wiederbeginn einen 20:24-Rückstand (42.) wegsteckte und sich mit einer furiosen kämpferischen Leistung und einem verwandelten Siebenmeter von Vlatko Mitkov nach Ablauf der regulären Spielzeit zum 31:31-Endstand eine vermeintlich passable Ausgangslage verschaffte, lief das zweite Kräftemessen 20 Stunden später von der ersten Minute an aus Sicht der Gastgeber auf einer schiefen Ebene. In der Deckung fehlte der notwendige Kontakt und im Angriff fehlte es an der Effektivität, um Valur in Gefahr zu bringen. „Wir haben es in 40 Wurfversuchen auf 21 Tore gebracht. Valur hatte 49 Würfe, von denen 31 in unserem Tor landeten. Allein diese Statistik spricht Bände und zeigt ganz klar, dass wir einige Baustellen hatten“ erklärt Burger.„Ein Lichtblick, wenn man nach so einer klaren Niederlage davon sprechen kann, war die Leistung der jungen Spieler in den letzten 20 Minuten. Sie konnten zwar den Rückstand nicht mehr verkleinern, er ist aber auch nicht größer geworden.“

Im Derby unter Zugzwang

Viel Zeit, die nach dem 17:27 gegen Veszprem (2000) und dem 17:29 gegen Montpellier (2006) dritte zweistellige Heimniederlage im Europacup zu verkraften, haben die Festspielstädter nicht. Bereits am Mittwoch (20.15 Uhr) kommt es zum Ländle-Derby gegen den Alpla HC Hard. Aufgrund der Tabellenposition darf man sich keinen Ausrutscher mehr erlauben, um die theoretische Chance für die Play-off-Teilnahme zu wahren. Das erste Saisonduell verlor Bregenz 22:26.

EHF-Challenge-Cup der Männer 2019/20

3. Runde
Valur Reykjavik (ISL) – Bregenz Handball 31:31 (14:16)

Handballarena Rieden, 1400, SR Cipov/Klus (SVK)
Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 9; Rote Karte: 45. Ymir Gislason (3×2)
Torfolge: 10. 5:6, 13. 8:6, 21. 11:13, 29. 13:16, 40. 22:18, 44. 26:23, 50. 27:27, 58. 30:28, 60. 31:30
Valur Reykjavik: Andresson 1, Gudmundsson; Finnur Stefansson 5, Jonsson 2, Arnor Oskarsson, Jonsson, Benedikt Oskarsson, Vignir Stefansson 5, Valencia, Juliusson, Vignisson, Hostert 4/1, Magnusson 9, Svölu Baldursson 1, Ymir Gislason 1, Runarsson 4/4
Bregenz Handball: Aleksic, Häusle, Jäger, Frühstück 6, Babarskas 3/1, Brombeis, Klopcic, Lampert, Schnabl 3, Kritzinger 1, Juric-Grgic 8, Mohr, Gangl 6, Wassel, Svecak, Mitkov 4/1
Bregenz Handball – Valur Reykjavik (ISL) 21:31 (10:17)
Handballarena Rieden, 1400, SR Cipov/Klus (SVK)
Zweiminutenstrafen: 6 bzw. 4; Rote Karte: 58. Schnabl
Torfolge: 6. 1:5, 9. 4:6, 19. 5:14, 27. 9:15, 37. 12:22, 44. 15:25, 17:29, 56. 20:29
Bregenz Handball: Aleksic, Häusle 2, Jäger 1, Frühstück, Babarskas, Brombeis, Klopcic, Lampert, Schnabl 3/1, Kritzinger 2, Juric-Grgic 6, Mohr 3, Gangl 1, Wassel, Svecak, Mitkov 3
Valur Reykjavik: Andresson, Gudmundsson; Finnur Stefansson 6, Jonsson 7, Arnor Oskarsson, Jonsson 1, Vignir Stefansson 1, Valencia 3, Juliusson, Vignisson 1, Hostert 1, Magnusson 2, Svölu Baldursson 3, Ymir Gislason 2, Runarsson 4/1, Tjorvi Gislason
Valur Reykjavik mit einem Gesamtskore von 62:52 im Achtelfinale.