Lehren aus Ludesch

Leserbriefe / 17.11.2019 • 18:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Geschäftsführung der Fa. Rauch Fruchtsäfte hätte sich viel Ungemach erspart, wenn sie einem bodenschonenden Alternativprojekt außerhalb der Landesgrünzone für ihre Erweiterungspläne den Vorzug gegeben hätte. Sie war jedenfalls schlecht beraten, mit der politischen Brechstange und ethisch fragwürdigen Lockangeboten das Projekt durchzuboxen. Wenn die Fa. Rauch ihren Werbeslogan vom grünen „Rauchtal“ leben würde, müsste die Landesgrünzone eigentlich tabu sein.

Viele Menschen im Land beschleicht angesichts der rasant fortschreitenden Bodenversiegelung ein beklemmendes Gefühl. Sie haben Angst, ihre Heimat an einen seelenlosen Industriepark zu verlieren und von der molochartigen Zukunftsvision „Big Picture“, welches die Landesgrünzone auf ein paar parkähnliche grüne Inseln reduzieren möchte, an die Wand gedrückt zu werden. Eine Ignorierung dieser Befindlichkeiten widerspricht dem demokratischen Prinzip des Miteinanders. Die raumplanerische Entwicklung Vorarlbergs geht nicht nur Politik und hohe Wirtschaftsvertreter etwas an. Eine Frage von derart fundamentaler Bedeutung muss auch die Bevölkerung miteinbinden. Mit der Dialogveranstaltung Raumbild Vorarlberg 2030 wird zwar eine breit angelegte Partizipation versucht, angesichts mancher politischen Äußerungen könnte man jedoch meinen, dass dahinter nur eine Politik des „So weiter wie bisher“ steht. Wer die Heimat dem Ausverkauf und der Spekulation preisgibt, der verliert sie irgendwann.

Markus Petter, Dornbirn