„… dass man Geld nicht essen kann“

Leserbriefe / 18.11.2019 • 20:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In unserem kleinen Land ist jeder Quadratmeter kostbar. Seine Verwendung sollte höchsten Kriterien genügen – ökonomisch wie ökologisch. Wenn Unternehmen im „Silicon Valley Europas“ – wie die New York Times einmal titelte – Flächen verbrauchen, dann bitte mit maximaler Wertschöpfung – mit High-Tech-Betrieben, zukunftsweisenden Technologien, ökologischen Innovationen – und nicht mit riesigen Hallen zum Abfüllen von Zuckerwasser. Vorarlberger High-Tech-Betriebe locken qualifizierte Mitarbeiter u.a. mit dem Versprechen, dort arbeiten zu dürfen, wo andere Urlaub machen. Ob dieses Versprechen nach dem Zubetonieren unserer spärlichen Talflächen dann noch einzulösen ist, bleibt fraglich. Die Tourismus­industrie begreift das genau so wenig. Mit Liftstützen und Schneekanonen zerstören sie ihr eigentliches Produkt – die intakte Natur. Da wundert es dann kaum, dass der Ökolandbau hierzulande nicht vorankommt. Stattdessen riesige Flächen mit konventionellem Futtermais. Im Waldviertel hat man große Flächen von Raps auf medizinische Rohstoffpflanzen umgestellt – mit einer Multiplikation der ökonomischen und ökologischen Wertschöpfung. Unser Gott heißt aber nach wie vor „quantitatives Wachstum“. Da winkt ein Unternehmer unverblümt mit Geldgeschenken, um sich kostbare Fläche einzuverleiben, und fast die Hälfte der Angesprochenen hätte die Silberlinge sogar genommen. Irgendwann hätten sie festgestellt, dass man – gemäß dem Mahngedicht der Cree-Indianer –Geld nicht essen kann.

Franz Kuttelwascher,

Lochau