Spirit der Riedenburg

Leserbriefe / 19.11.2019 • 18:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Riedenburg und ihre Knaben“ vom 13. 11. 2019:

Als Eltern ehemaliger RiedenburgSchülerinnen wollten wir nichts mehr zum Thema „Knaben an der Riedenburg“ sagen, da damals (vor den Osterferien 2017) Schülerinnen und Eltern mit dieser Entscheidung vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Wir waren nicht generell gegen die Aufnahme von Buben, sondern gegen die beispiellose Vorgehensweise: kein schulpartnerschaft-
licher Austausch (zeitgleiche Information mit Presse), Negierung von Ängsten und Bedenken mit Verschiebung in die Rubrik „lächerlich“ (Schülerinnen wurden dadurch „mundtot“ gemacht). Ja, ein historisches Ereignis! Schülerinnen und Eltern, welche den jahrzehntelang aufgebauten „Spirit“ der Riedenburg erlebt und verinnerlicht haben, wurden auf bitterste Art und Weise von heute auf morgen enttäuscht. Das war der glanzvolle „pädagogische Ansatz, Teil 1“. Nun mussten wir den zweiten Teil erlesen und erspüren. Ist das jetzt gelebte Realität an der Riedenburg? Burschen werden als mutiger wahrgenommen, beziehen klare Positionen, sind direkter und entschuldigen sich sofort, falls ein Blödsinn gemacht wurde. Ist das der frische Wind des Geschlechterkampfes? Welche Dramatik! An alle unvergleichbaren (ehemaligen) Riedenburg-Schülerinnen: Ihr seid wie immer mutig – nicht mutiger, klar Position beziehend, direkt – nicht direkter, sich nicht durch vorauseilenden Gehorsam entschuldigend, sondern nach reflektierter Einsicht – mit kühlem Kopf und einem warmen Herzen. Ihr seid gut, so wie ihr seid!

Dipl. Päd. Iris Ganahl,

RA Dr. Christoph Ganahl LL.M.,

Dornbirn – und im Namen aller, die sich angeschlossen haben