„Spitalspersonal muss besser geschützt werden“

Welt / 19.11.2019 • 22:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien „Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die zunehmende Gewalt in Krankenhäusern ein gravierendes und ernstzunehmendes Thema ist“, reagiert Harald Mayer, Vizepräsident und Obmann der Bundeskurie angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), auf die jüngst präsentierten Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV).

Sie zeigt: Aggression und Gewalt machen auch vor Krankenhäusern nicht halt. Angestellte mit Patientenkontakt sind am ehesten mit Aggression konfrontiert, wobei diese auch von Angehörigen oder Besuchern ausgeht. Die Ergebnisse im Detail: 85,4 Prozent haben im Laufe ihres Berufslebens Erfahrungen mit Aggression gemacht, 61,6 Prozent von ihnen in den letzten zwölf Monaten. Der überwiegende Teil erlebte verbale Gewalt, jedoch ist der Anteil von körperlicher Aggression mit 52,3 Prozent sehr hoch. Besonders alarmierend: 24,8 Prozent gaben an, körperliche Gewalt in den vergangenen zwölf Monaten erlebt zu haben. „Die Gewaltbereitschaft steigt und alle Spitäler sind dazu angehalten, zu handeln“, sagt Mayer.

Folgen von aggressivem Verhalten: 7,2 Prozent gaben an, dass sie aufgrund dessen krank waren oder sich frei genommen hätten. „Wir haben jetzt schon im Spital eine extreme Arbeitsverdichtung aufgrund von überlasteten Ambulanzen und zu wenig Personal. Wir können es uns nicht leisten, dass die Mitarbeiter nun zusätzlich aufgrund von Gewalterlebnissen ausfallen“, sagt Mayer.