Causa Häusle kurz vor Abschluss

Vorarlberg / 20.11.2019 • 22:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Thomas Habermann war letzter Geschäftsführer von Häusle. eckert
Thomas Habermann war letzter Geschäftsführer von Häusle. eckert

Ex-Geschäftsführer Thomas Habermann im Zeugenstand stundenlang befragt.

Feldkirch Der heute 55-jährige Thomas Habermann wurde am Beginn seiner Tätigkeit bei Häusle als Berater eingestellt. 2015 stieg er zum Geschäftsführer auf. Er sollte vor allem technische Prozesse optimieren. Einsparungen waren ein Thema, die Geschäftsführung auf eine breitere Basis zu stellen, ein anderes. Dass er sich mit der Durchsetzung des Restrukturierungskonzeptes nicht nur Freunde machte, ist ihm klar. So habe man den einstigen – jetzt angeklagten – Betriebsleiter und späteren Manager gekündigt, weil man mit seiner Arbeit nicht zufrieden gewesen sei. Das habe aber nichts mit bewusstem „unter Druck setzen“ zu tun.

Kein Vorwurf

Zu aktuellen Prozess wird Habermann gefragt, ob er Wahrnehmungen zu „Gärresten“ gemacht habe. Dass ein großer Haufen allenfalls länger als drei Jahre gelagert wurde, wofür Abgaben fällig wurden. „Damit hat sich Martin Bösch immer sehr gewissenhaft beschäftigt und Aufzeichnungen geführt. Man machte sich Gedanken über eine möglichst sinnvolle Verwertung. Es ging um trocknen, sieben, sichten, und organische Feinteile kompostieren“, erinnert sich Habermann. Zu einzelnen Fragen hat er keine Erinnerung mehr, beziehungsweise war der deutsche Ex-Berater auch nicht zuständig.

Auf die von Angeklagten immer wieder gebrachte Aussage, man habe ihnen bei der internen Befragung der nach den ruchbar gewordenen illegalen Deponien eingerichteten „Task Force“ zugesichert, es könne nichts passieren, wenn sie nur kooperativ seien, antwortet der Zeuge: „Es ging nur darum, dass sie firmenintern keine Vorverurteilung fürchten müssten und nicht um rechtliche Konsequenzen. Das konnten wir ja nicht beurteilen, wir sind kein Gericht“. Dass Habermann sich mit Übereifer vor Kameras und in Pressekonferenzen gedrängt habe, um jede Schuld von sich zu weisen und im gleichen Atemzug über „kriminelle Energie“ und „System“ anderer Übeltäter gesprochen habe, kommentiert der Befragte so: „Wir wussten nicht, ob der illegale Einbau sich nicht bis in die Gegenwart erstreckt und entschieden uns damals dafür, offen zu Fehlern zu stehen“.

„Absoluter Blödsinn“

Staatsanwältin Konstanze Manhart konfrontiert den Zeugen mit dem Verdacht, geäußert von seinem Vorgänger Martin Bösch: „Sie hätten Fundstellen ‚konstruiert‘ und Bösch diskreditiert, damit Loacker leichter an die restlichen Anteile der Firma Häusle kam“, hat Habermann eine knappe Antwort: „Absoluter Blödsinn“. Nun stehen noch die Schlussplädoyers auf dem Plan, ehe am nächsten Donnerstag ein Urteil verkündet wird. EC