Handke äußert sich zu Serbien: „Kein Wort ist denunzierbar“

Kultur / 20.11.2019 • 19:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Peter Handke wird am 10. Dezember der Nobelpreis für Literatur verliehen. AP
Peter Handke wird am 10. Dezember der Nobelpreis für Literatur verliehen. AP

Paris, Wien Drei Wochen vor der Verleihung des Literaturnobelpreises hat sich Peter Handke (76) zu seiner umstrittenen proserbischen Haltung während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien geäußert. Es sei um „Gerechtigkeit für Serbien“ gegangen, sagte er im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Kein Wort von dem, was ich über Jugoslawien geschrieben habe, ist denunzierbar, kein einziges. Das ist Literatur“, betonte Handke. Handke hatte sich mit Serbien solidarisiert und nach Ansicht von Kritikern die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert oder geleugnet. 2006 hielt er bei der Beerdigung des ehemaligen serbischen Führers Slobodan Milosevic eine Rede.  Handke sagte, die Berichterstattung über Serbien sei damals monoton und einseitig gewesen. Er habe niemals Sympathien für Milosevic geäußert: „Ich habe mich keinen Augenblick verbeugt, weder innerlich noch äußerlich.“ Er habe Milosevic nur ein einziges Mal gesehen, als Gefangenen in Den Haag, wo Milosevic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal angeklagt war. „Ich habe mir angehört, was er zu sagen hatte.“

Staat gegen das Hitler-Reich

Zu seiner Teilnahme an Milosevics Beerdigung sagte er: „Natürlich war ich da. Er hat bei einer der letzten Abstimmungen dafür votiert, Jugoslawien nicht aufzulösen. Sein Begräbnis war auch das Begräbnis von Jugoslawien. Hat man vergessen, dass dieser Staat gegen das Hitler-Reich gegründet worden ist?“ Er sei Jugoslawe von seiner Mutter her und vom Bruder seiner Mutter. „Der Großvater hat bei der Volksabstimmung in Kärnten für den Anschluss an Jugoslawien votiert. Wenn man mir jetzt mit Serbien kommt, ist man unredlich. Ich bin wegen Jugoslawien hin.“